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Klettergebiete im Wandel der Zeit – Wie Geheimgebiete entstehen und verschwinden.

Geheimnisse zu haben gibt es in jeder Sportart. Eine spezielle Wachsmischung für die Ski, eine effizientere Trainingsart, spezielle Konstruktionen, neue Materialien etc. Doch im Klettern interessieren uns weniger die Geheimnisse, wie trainiere ich effizienter, wie habe ich weniger Gewicht mit mir. So sind die grössten Geheimnisse im Klettersport unsere Spielplätze. Gut geschützte Geheimnisse sind somit eine wenig bekannte Tour, Route oder Gebiet. Gestaltet sich das geheimhalten von isolierten Routen, Touren als einfach, da die Mehrheit der Kletternden keine langen Zustiege in Kauf nehmen wollen um nur eine Route zu klettern, so sieht es bei Klettergebieten anders aus.

Doch ab wann ist ein Klettergebiet ein Geheimgebiet? Und warum gibt es Geheimgebiete?

Zuerst gilt zu beachten das auch im Klettersport neue Trends innehalten. Trends wiederspiegeln eine Akzeptanz des Ausübens einer Sportart durch eine gewisse Masse, somit tritt die Sportart aus dem Schattendasein heraus und gewinnt an Interesse, bei Publikum, Sportlern und Medien. Die Entwicklung von Sportarten nimmt somit zu und es benötigt neue Spielgebiete um diese Auszuüben.
Generell kann im Klettersport von grossen Trends und somit von grossen Verschiebungen im Kletterverhalten festgestellt werden. Der Kletterhallenboom der letzten 20 Jahre hat das Kletterverhalten sehr stark geprägt. Weiter hinzu kamen die Digitalisierung von Informationen zum Klettern in Form von Internetforen, Blogs und Klettergebietsseiten.
Geheimgebiete könnte man meinen gehörten gerade dank Internet und sozialer Medien in Zukunft der Vergangenheit an, da überall Ticklists, Fotos und Erlebnisberichte publiziert werden. Jedoch zeigt die Erfahrung der letzten 10 Jahre Kletterblogs und Foren in der Schweiz gerade dass es weiterhin Geheimgebiete geben wird. Dies einerseits, da ja zuerst ein Geheimgebiet besucht werden muss um es zu publizieren. Um dies zu finden muss man in einschlägigen Kreisen verkehren oder selbst Hand am Bohrhammer anlegen. Die Internetforen, Blogs und Klettergebietsseiten sind nur sekundäre Faktoren welche das Kletterverhalten beeinflussen. Eine gewisse Mobilität sowie die Pflege und den Betrieb von Blogs und Foren werden vorausgesetzt. Geheimnisse werden auf diesem Kanal kaum preisgegeben ausser der Betreiber macht sich in akribischer Arbeit auf die Suche nach Hinweisen von Geheimgebieten und setzt sich gegen ungeschriebene Grundsätze der Erschliesser, Locals hinweg.

Einen weitaus grösseren Anteil am fortbestehen und sogar dem neuen entstehen von Geheimgebieten haben die Kletterhallen. Früher wurde bei Eiseskälte und Sonnenschein das kleine Wändchen oberhalb der Baumgrenze in nebelfreier Lage zum Hotspot für wenige Wochen. Oder im Sommer das regensichere Dach über den kleinen boulderartigen Lochrouten, so schert sich heute kaum mehr jemand um das Feintuning der Gebietssuche. Man geht ganz einfach: In die Halle. Somit verkommen diese Gebiete zu stillen Oasen und Geheimgebiete.
Somit erkennen wir, dass im Verlauf der Zunahme der Kletteraktivitäten die Geheimgebiete weiter strikter Geheimhaltung unterliegen. Wie oben beschrieben haben die Kletterhallen einen nicht unwichtigen Anteil am Fortbestehen von Geheimgebieten. Weit wichtiger bleibt jedoch der emotionale sowie psychosoziale Gedanken welcher Geheimgebieten zugrunde liegt welche das Urtümliche des Klettersportes wiederspiegeln.

Daher unterscheiden wir zwei Gruppen von Geheimhaltern:
Die erste Gruppe sind die Interessenvertreter welche direkten Eigennutzen aus der Geheimhaltung ziehen. In der Übersicht eine nicht abschliessende Aufzählung von Nutzen der verschiedenen Vertreter:

- Die Erschliesser. Ruhige und langandauernde ungestörte intensive Auseinandersetzung mit dem Fels, der Natur, Verwirklichung eines kreativen Aktes der Entstehung von einem Klettergarten (In Kontakt treten mit Vertretern von Umweltschutz, Landeigner, ehemaligen Klettern in diesem Gebiet, Linienplanung, erhöhter Einrichtungsstandart mit Fixumlenkkarabiner und Projektexpressen evtl. Materialbox, Bänkli oder sogar Sofa am Wandfuss, Putzen&Säubern, Ergänzen & Ausbau, Entdecken der eingebohrten Routen, Klettern, Namensgabe, Topozeichnen, erste eigene Rotpunktbegehung, Prüfen der Routen von Freunden, Diskussion & stundenlanges Fachsimpeln und Lösungsfindung der Kletterzugabfolge, Pflege des Klettergartens, Teilhabenlassen anderer Kletternden, sozialer Akt, weitergeben von Know-how, Gedanken zur Veröffentlichung)

- Die Local. (Teilhaben an der Entstehung eines Klettergartens, physische Hilfe oder Teilnahme an den Erzählungen, sozialer Akt, teilen von Know-how, Insiderkentnisse, Klettern von immer wieder neuen Routen, Abenteuergeist, ruhiger Rückzugsort, direkte Interaktion mit dem Eröffner, Zugehörigkeitsgefühl)

Die zweite Gruppe sind Vertreter welche einen weitaus geringeren direkten Eigennutzen aus der Geheimhaltung ziehen. Den Prozess der Geheimhaltung daher akzeptieren und sogar begrüssen.

- Kletterer (Neues Klettergebiet mit neuen Routen, ruhiger Rückzugsort, Teilhabe an Insiderwissen, Teilen von Insiderwissen, Abenteuergeist, Freude am ungewöhnlichen Entdecken von Routen ohne Topo und Routenkentnisse, ruhiger Rückzugsort, Zugehörigkeitsgefühl)

- Kletterführerautoren (Auswahl, Publikation von nur den besten Gebieten, Kanalisation der Klettermassen in bereits etablierten Gebieten, eventuelle Geheimgebiete welche zu einem späteren Zeitpunkt publiziert werden können. Mit der Zeit, Säuberung des neuen Klettergebietes von losen Steinen, Erosion, bessere Zugangssituation, Steigerung der Erlebnisqualität eines etablierten Klettergebietes)

Geheimgebiete entstehen auch:

- Verbote, Beschränkungen. Sei es durch offizielle behördliche oder inoffizielle bilaterale Verbote oder Beschränkungen zwischen Kletternden und Landbesitzer oder Interessenvertreter wie Anwohner, Vereine. Die Verbote oder Beschränkungen sind verschiedentlich und können das Interesse an einem Klettergebiet sehr stark schmälern. So wenn der Zugang nun viel weiter und beschwerlicher ausfällt. (Z.Bsp.: Direkter Zugang durch Landbesitzer verwehrt. Dafür Benutzung eines bestehenden Wanderweges.) Saisonale Einschränkung während Jagd – Brut – oder Schonzeit. Weiter kann auch ein Publikationsverbot des Klettergebietes ausgesprochen werden. Die Massnahmen zielen darauf ab meist die Kletterer zu lenken. Einige solcher Gebiete wurden dadurch Opfer dieser Einschränkung und wurden bei Neupublikationen nicht mehr berücksichtigt da diese nicht mehr dasselbe Interesse der Klettergemeinde hervorrufen.

- Kletterführerautor vergisst genau zu recherchieren und vergisst Gebiete, oder verzichtet auf eine Publikation. Nicht Publikation auf Grund nicht mehr lohnenswert taxierter Kletterei, welche den heutigen Anforderungen nicht mehr entspricht.

- Vergessener Klettergarten wird neu geputzt und mit neuen Routen versehen und nicht neu veröffentlicht.

Generell sehen wir das an einem Geheimgebiet nicht nur der Erschliesser grossen Anteil an Entscheidungseinfluss hat. Er ist sicher der erste Entscheider und Beeinflusser was mit dem Klettergebiet passieren soll. Jedoch ist ebenso wichtig das weitere Kletterer diesen Willen unterstützen und hinter diesem Willen auch einen Sinn sehen. Auch wenn das für viele eine doch nicht klar verständliche eigennützerisch und selbstherrliche Tat ist. Das Errichten von Kletterrouten ist ein grosser Aufwand und für die Erstbegeher ein emotionaler Moment zugleich. Er soll die Entscheidung einem Gebiet dein Geheimstempel aufzudrücken nicht rechtfertigen jedoch sollte dieser besser Verstanden werden. Wir kennen viele Gebiete welche lange Jahre einen besonderen Geheimstatus innehatten und auch noch heute innehaben.

Von den schweizweit rund 2500 Klettergebieten wurden in der Zeitspanne der letzten 25 Jahre gerademal 1750 Klettergebiete beschrieben. Das heisst gerade mal 70%! Die anderen Gebiete werden geheim frequentiert oder gingen im Verlauf der Zeit vergessen und fristen ein Dornröschen Dasein.
Dank der scalamalade-areas.com Seite konnte bei einer Auswahl von Klettergebieten genau statistisch über 5 Jahre eingesehen werden welche Klettergebiete am meisten online konsultiert wurden. Das tatsächliche Verhalten wiederspiegelt diese Statistik nicht schlecht. So ist auszumachen dass der Trend der Kanalisierung in gewissen Klettergebieten zugenommen hat. In kleinen Klettergebieten bleibt das Interesse linear über die Jahre gleichbleibend. Ebenfalls mit Hilfe der Ticklists und Begehungen erwähnt auf 8a.nu konnten diese Daten überprüft werden.
Somit kann aus einer Auswahl von 250 Klettergebieten, diese wiederspiegeln die meistbesuchten Klettergebiete der Schweiz, eine Analyse erstellt werden welche zeigt das von dieser Anzahl 15 Gebiete, (7%) klassische Geheimgebiete sind, wo der Erstbegeher und die Locals eine Veröffentlichung strikt ablehnen. Bei 5 Gebieten (2%) sind Verbote oder Beschränkungen von Landeignern, Umweltverbänden oder weiteren die Ursache einer verordneten Geheimhaltung. Bei den restlichen (2%) wiederum 5 Klettergebieten ist dieses immer wieder publiziert, jedoch erhält es dennoch nie die eigentliche verdiente Beachtung auf Grund der Publikation von nur wenigen Routen des Gebietes, unvorteilhafter Beschreibung oder weglassen in den neusten Führern.
Wenn wir von jenen 250 meistfrequentiertesten Klettergebieten ausgehen sind somit immerhin knapp 10% Geheimgebiete wo man meist alleine oder im engsten Kreise klettert. Unglaublich erscheint uns das von den 2500 Klettergebieten in der Schweiz klettern wir in 2250 Klettergebieten welche veröffentlicht wurden mehrheitlich alleine!

Wir dürfen nicht vergessen das Schwierigkeitsgrade, Absicherungszustand, Zugänglichkeit und Routenanzahl einen grossen Einfluss auf die Frequentation der Klettergebiete hat. Mit den statistischen Zugriffswerten kann klar gesagt werden wo die Klettergemeinde ihre Finger lang zieht: In Klettergebieten wie: Arcegno, Ponte Brolla und Cevio, Lehn, Neuhaus, Wilderswil, Schartenflue/Gempen, Falkenflue, Pelzli, Alter Klettergarten Balsthal/Klus, Simplon Dorf, Bramois, Dorenaz, Galerie. Generell kann gesagt werden das alle Gebiete welche durch die Filidor Führerserie abgedeckt sind das non plus ultra sind betreffend regelmässiger Frequentation.
Es gibt Geheimgebiete welche nach einer Zeit ihres Daseins veröffentlicht werden. So wurden die Informationen zu den Routen an den Wendenstöcken mit den Jahren ein bisschen generöser preisgegeben. Dennoch behalten viele Routen ihren Geheimstatus bei. Gerade in der Innerschweiz gab es viele Geheimgebiete, diese wurden ebenfalls mehrheitlich mit der Veröffentlichung neuer Führer in den letzten Jahren preisgegeben. Im Glarnerland zum Beispiel mit dem Erscheinen des Topoführers GL Climbs von Felix Ortlieb. Und auch die Urner und die Haslitaler wo die meisten Klettergebiete geheim sind, öffneten zumindest ein wenig die Geheimschattule. Nächster grosser Schlag ist geplant mit dem Kletterführer Neuenburg/Waadtland für das Jahr 2019. Auch diese Region war bisher eine geheimnisvolle Ecke.

Die wenigsten Fristen einen lupenreinen Geheimstatus von den Erstbegehern gehütet wie der Augapfel. Die meisten Klettergärten verlieren im Laufe der Zeit ihre Anziehungskraft trotz grosszügiger Publikation. Doch jeder Klettergarten hat sein berechtigtes Dasein da er eine Spielwiese für Kletterer darstellt. Wir denken an die stillen Perlen welche Topklettergebiete sind jedoch, auch hier statistisch belegt sehr selten besucht und beinahe vergessene Klettergebiete sind wie: Oberdörfler Chlus (ohne Bubichof), Leenflue bei Niederbipp, Abendberg, Ärmighorn.

Geheimgebiete werden uns auch weiter in ihren Bann ziehen, viele neue Abenteuer bleiben uns erhalten. Bis zum nächsten Bild in einer unbekannten Route und schon wird wieder gesucht, geforscht und rekognosziert. Bis wir selbst die Wand berühren.

Am 05.April werden ganz viele neue Geheimnisse preisgegeben anlässlich der Präsentation des neuen Kletterführers Neuchatel/Vaud. Scalamalade berichtet.

Bouldern in Biel

Der Fels ist noch kühl von den langen Nächten. Die Sonne an den länger werdenden Tagen spendet genügend Wärme um gemütlich draussen zu verweilen. Boulderherz es warten die Blöcke! Ideale Bedingungen um die hart erworbene Plastikkraft draussen anzuwenden. Warum nicht nach Biel pilgern.
Neu geputzte Boulderblöcke und sauber aufgemachter Boulderführer versprechen einen perfekten Bouldertag.

Weiterführende Infos auf: http://www.bielbienneboulder.ch/

Klettergarten Eröffnung Raum Olten

Bei diesen warmen Temperaturen glühen der Bohrhammer und die Bürsten verlieren ihre Borsten. Der Klettergarten glänzt im schönen Sonnenlicht! Neue Routen erblicken auch diesen Winter das Licht.
Gerne lade ich alle interessierte Kletterer (Kletterkenntnisse im Klettern in Klettergärten müssen vorhanden sein) aus dem Raum Olten, Solothurn, Langenthal herzlich ein zu einem Klettertag.
Anmeldung erwünscht an Guido Ammon 079/401 12 60 oder guido.ammon@scalamalade.com
Der genaue Treffpunkt wird dann später mitgeteilt.

O'bloc Masters

In diesem Jahr gibt es zum allerersten Mal einen richtig fetten O'bloc Master Wettkampf. Bei diesem steht Spass und Formcheck zu oberst. Auch als richtige Killer Vorbereitung für die neue anstehende Saison ein nicht wegzudenkender Event. Es gilt 40 Boulder in 4 Stunden zu klettern. Mit dabei werden renommierte Namen sein so kann hie und da den Cracks über die Schultern geschaut werden. Nach der Qualifikationsrunde am 1.März ab 18:00 - 22:00 geht es mit den Halbfinals und den Finals am Samstag 2.März weiter.

Das O'bloc Team freut sich auf zahlreiches erscheinen zur Anmeldung bis 24 Februar den nachfolgenden Link verwenden: https://shop.obloc.ch/de/startgeld-competition-fee

Eiskletterweltcup Saas-Fee 2019

Die zwanzigste Ausgabe des Eiskletterfestival war ein Leckerbissen! Die Athleten gaben alles und so gab es im Lead beinahe einen ersten Schweizer Doppelsieg. Bei den Damen erreichte Sina Götz das Top leider nur mit der zweitbesten Zeit nach der Gewinnerin Shin Woonseon aus Südkorea. Bei den Herren landete Yannick Glatthard mit einem beeindruckenden Run souverän auf dem ersten Platz. Auch Nikolay Primerov konnte seine Form bestätigen und platzierte sich als dritter ebenfalls auf dem Podest. Von den Athleten wurden die Routen dieses Jahr als besonders schön bewertet.
Im allgemeinen ist die Schweizer Tooling generation sehr gut unterwegs und zur Freude der Organisatoren und Zuschauern zahlreich. Dies schlägt sich auch auf die Besucherzahlen nieder, sowie die Party, welche auch zu früher Morgenstunde sehr gut besucht war.
Dieser internationale Event ist heute nicht mehr wegzudenken und hat den Eisklettergemeinde bereits viele legendäre Momente bereichert. Wir gratulieren und hoffen auf weitere 20 Jahre Eiskletterfestival Saas-Fee!

Weitere Infos und Resultate auf: https://www.theuiaa.org/ice-climbing/

Einige Bilder:

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Weihnachten 2018

Liebe Kletternden, liebe Freunde, liebe Scalamalade Kunden

zu den bevorstehenden Weihnachtsfeiertagen alles gute, frohe Festtage im Kreis euer Liebsten, ob in den Bergen, nahe den Bergen oder mit Sehnsucht nach den Bergen. Auch das Jahr 2018 hat uns viele schöne Sonnenstunden gebracht. Geniessen wir die sinnliche Weihnachtszeit.

Mit den besten Weihnachtsgrüssen!

Euer Scalamalade Team

Schultergelenkentzündung Frozen shoulder

Nachfolgend ein langer Text welcher die Problematik von Schultergelenkverletzungen beim Klettern näher beschreibt.

Wir alle sind beim ausüben unseres Lieblingssportes sehr bedacht auf die Gesundheit. Beim Klettern haben wir es mit einem sehr gesunden Sport zu tun, wo unterschiedliche Körperpartien beansprucht werden. Statistisch gesehen gibt es sehr wenige vom Klettersport ausgehende Verletzungen.

Oft haben wir es mit muskulären Überbelastungen zu tun welche mit einer gezielten Trainingsplanung behoben werden können. Nur Bouldern am Limit ist sicherlich nicht zu empfehlen als Training. Die Trainingsmöglichkeiten sind heute auf einem sehr hohen professionellen Niveau. Für einen Kletternden mit einem Niveau 7a genügt ein wöchentliches Training a 2 h Bouldern oder 4h Seilklettern in der Halle.

Je sicherer wir uns in einem Schwierigkeitsgrad bewegen, je geringer ist die Gefahr einer Verletzung. Hierzu dient uns die Pyramide, welche als Gradmesser gilt ob wir einem Risiko ausgesetzt sind oder nicht. Dabei gilt bevor wir einen neuen Schwierigkeitsgrad in Angriff nehmen sollten wir bereits einige Routen des Schwierigkeitsgrades davor geklettert haben, sowie ein vielfaches der leichteren Schwierigkeitsgrade.

Schwerwiegender sind Sehnenverletzungen. Hier gilt es ganz klar genügend lange Heilungszeit einzuplanen. Generell wird zu oft trainiert, gerade Kletterneulinge sind zumal sehr enthusiastisch unterwegs mit mehreren wöchentliche Trainings. Die Finger können hie und da dann schon mal Schmerzen. Was nicht sein muss.

Nachfolgend nun eine Verletzung welche schwerwiegende Konsequenzen hatte, welche mir (Guido) das Klettern während beinahe 2 Jahren verunmöglichte. Eine Leidensgeschichte ohne dass ich mir eine Verletzung zuzog.

Ich klettere seit ich 14 Jahr alt bin, seit mehr als 20 Jahren immer wieder 7a-7c. Ich wurde urplötzlich vom Symptom eines stechenden Schmerzes im Schultergelenk heimgesucht beim klettern. Zunächst wussten auch die Ärzte keinen Rat. An ein klettern war nicht mehr zu denken. Die Ursache konnte sich auch niemand erklären.

Nach weiteren Konsultationen traf ich auf einen Arzt der sofort und ganz klar eine Entzündung der Sehne welche zum Schultergelenkinnenraum führt diagnostizierte. Weiter wurde nun eine Frozen Shoulder (Schultersteife) diagnostiziert.

Auf der Suche nach Informationen wie der Krankheitsverlauf ist, und wie und wann ich wieder klettern kann wurde ich im Internet nicht richtig fündig. Daher verfasse ich diesen ausführlichen Bericht. Ich hoffe mit meiner Erfahrung anderen Mut und Unterstützung zu bieten.

Zu Beginn war dieser brachiale, punktuell stechende Schmerz in der Schulter bei einem Seitwärtszug. Der Schmerz verunmöglichte jegliche Kraft aufzubauen um den Zug auszuführen, ich fiel regelrecht ab wie ein Sack. Einfaches Klettern ging, jedoch resultierte dies ebenfalls mit schneller Ermüdung und zunehmendem Schmerz. Auch im alltäglichen Leben nimmt der Schmerz während 3 Monaten zu. Etwas tragen, etwas vom Küchenschrank entnehmen, Jacke anziehen. Der Schmerz nimmt zu und man kann nichts machen.
Diese Symptome nennt man Bewegungsschmerz in den drei Phase bei einer Frozen Shoulder. Dem Klettern wie auch, je nach Beruf, dem Arbeiten muss umgehend abgesagt werden. Die Entzündung muss ärztlich behandelt werden. Bei mir wurde leider zu lange mit der Bekämpfung der Krankheit zugewartet, da unklar war was die Diagnose ist. Bei mir wurde dann Cortison direkt in die betroffene Schulterpartie gespritzt. Das erste mal nach 6 Monaten nach Beginn der Schmerzen. Mittlerweile, nach Beginn der Schmerzen bis Ende der Schmerzen und Cortisonbehandung vergingen 15 Monate. Mittlerweile war die Bewegungsfreiheit, frontal 50%, seitlich 30%, arg eingeschränkt! An ein Klettern war nur draussen in plattigem Gelände zu denken, jedoch waren die Sorgen um das geliebte Hobby noch die geringsten! Der Alltag gestaltete sich sehr schwierig.
Die zweite Phase der Einsteifungsphase geht mit der Aufhebung der Beweglichkeit einher. Ab hier begleiten einem vor allem leichte Schmerzen, jedoch kommt es zu massiver Beeinträchtigung des Schlafes. Nurmehr auf dem Rücken kann man schlafen, da die Schulter bei Belastung schmerzt. Auch ist diese Zeit sehr schwierig da man nicht weiss wie die Beweglichkeit wieder erlangt werden kann. Psychologisch eine Zeit voller Selbstzweifel. Überall im Alltag stösst man an Grenzen!

Der Facharzt verordnete nach 15 Monaten das erste mal Physiotherapie. In meinem Fall war dies zu spät, da bei Frozen Shoulder die Einsteifungsphase entscheidend ist für die Wiedergenesung. Je weniger die Weichteile sich verkrusten, je weniger wird die Beweglichkeit eingeschränkt. Daher muss unbedingt der Bewegungsschmerz behandelt werden damit die Entzündung so schnell wie möglich abschwillt. Daher ist es auch wichtig die Arbeit ruhen zu lassen und sich auf die Krankheit zu konzentrieren. Dies klingt schwierig weil es keine eindeutige Diagnose gibt. (Zudem werden viele dem Klettern die Schuld zuweisen. Ist jedoch unmöglich.) Ich kletterte vor Beginn der Schmerzen wenig und nur im Grad 6c-7a. Nicht höher. Und wegen nur einem brachialen Zug verletzt man das Schultergelenk kaum, ohne es mechanisch zu beschädigen.
Bei mir war die Blattsehne arg angescheuert. Dies auf Grund der Entzündung und des nun zu engen Durchlass der Sehne vom Schulterblatt zum Schultergelenkinnenraum.

Wichtig ist die Schulter und den Arm zu bewegen, therapeutisch so wie auch selbst zu Hause. Die Übungen werden vom Arzt und dem Physiotherapeuten gezeigt. Somit kann dem einsteifen entgegengewirkt werden. Dies ist extrem wichtig, da nach Beginn der Physiotherapie bis zum Wiedererlangen einer akzeptablen Beweglichkeit ca. 12 Monate vergehen. Je weniger stark die Bewegungseinschrankung je besser die Aussichten wieder annähernd 95% der Beweglichkeit zu erlangen. Eines gleich vor Weg, die volle Beweglichkeit zu erlangen wie vor der Krankheit wird von allen Ärzten als nicht möglich erachtet. Nach persönlicher Erfahrung ist dem auch so. Während den beiden Phasen sollte auf das Klettern vollständig verzichtet werden. Davon ausgeschlossen sind sehr leichte Grat - oder Plattentouren am Fels.

Die dritte Phase der Lösungsphase ist von Person zu Person unterschiedlich. Hier spielen Alter, allgemeine Fitness, Grad der Einsteifung, Dauer der Einsteifung, Eigenmotivation, sowie verordnete Therapie eine erhebliche Rolle. Die gute Nachricht, Klettern als gesunde Sportart kommt dem Heilungsprozess entgegen und unterstützt das Wiedererlangen der Beweglichkeit. Mit dem Beginn der Physiotherapie kann nun auch zwei mal monatlich der Gang in die Kletterhalle oder an den Fels unternommen werden. Jedoch gilt hier strikt: Kein Bouldern!!, kein Training im eigentlichen Sinne sondern nur gezieltes Bewegen des Körpers und der beeinträchtigten Partie in max. senkrechter Wand bis 5c-6a. Es wird während den 12 Monaten Physiotherapie immer wieder Rückschläge geben. Verspannungen kommen nun häufig vor. Bei mir war es so, und ich legte immer wieder einen bis zwei Monate Pause ein mit Klettern.

Aktuell bin ich bei 30 Monaten seit Schmerzbeginn angekommen! Seit 15 Monaten in Behandlung in Physiotherapie. Und erst jetzt kann ich sagen habe ich wieder so viel Beweglichkeit erlangt, dass ich den Alltag ohne Einschränkungen bewerkstelligen kann. Auch beim Klettern kann ich mich wieder jenseits der 7a bewegen. Obwohl ich weiss das nur mehr ein wöchentliches Training sein soll um nicht andere Überbelastungen zu provozieren auf Grund dessen dass ich anormal bewege mit der beeinträchtigten Schulter. Bei wöchentlichem mehrmaligem strengen klettern ermüde ich zu stark und die Schulter, der Rücken wird zu verspannt.

Ich möchte allen Mut zusprechen, welche Schulterverletzungen und Frozen Shoulder diagnosen haben, denn der Heilungsprozess ist sehr lang und verlangt sehr viel Fingerspitzengefühl. Jedoch bietet gerade eine Frozen Shoulder ein bestes Beispiel wie Dank Physiotherapie und Klettern eine markante Verbesserung der Beweglichkeit möglich ist. Alle Ärzte attestieren mir eine beeindruckende Beweglichkeit an der betroffenen Schulter nach einer solangen Einsteifungsphase. Ich bin sehr froh darüber keine Einbusse der Lebensqualität zu haben und heute wieder so zu klettern wie ich es mir Wünsche.

In diesem Sinne gilt jetzt wieder Rock on!!! wie ne more!!

Fotos meiner Beweglichkeit:

Injured shoulder movement restricted about 50% December2016Injured shoulder movement restricted about 5% November 2018Good shoulder no movement restriction November 2018

Neue Boulderhalle Gaswerk Schlieren

Am 01.November 2018 wurde die neue Boulderhalle im Gaswerk in Schlieren bei Zürich eröffnet. Die neue Boulderhalle wurde von mir (Guido) besucht, ich war früher ab und zu im Gaswerk zum klettern. Mit den vielen neuen Angeboten im Raum Bern und den für uns (Berner) doch enorm hohen Preisen verlor das Gaswerk zunehmend an Reiz.

Die Boulderanlage ist gelungen und so tobte ich mich wie alle anderen auch ausgiebig aus. Besonders sticht die helle, gleichmässig beleuchtete Anlage heraus. Die dunklen Wände sind eine Novität in der Schweiz und ist clever gewählt um das Problem des Gummiabriebs, schwarze Spuren in den Griff zu bekommen. Netter Nebeneffekt ist der edle Gesamtlook. Auch die Hallenaufteilung überzeugt. Die Ausstiege oben heraus sind super angenehm und Treppen gibt es genügend um schnell wieder unten einsteigen können! Definitiv Suchtgefahr.

Boulderfotos:

New boulderhall rightStill one of my favorite boulders!New boulderhall leftOverview

Alpsteinmarathon Speedbegehung

Nach dem doch sehr heissen Sommer und der bei vielen witterungsbedingten Auszeit wächst der Drang wieder den Fels unter die Füsse zu nehmen.
Nicht alle haben sich dem Dolce far niente hingegeben. Einige haben wiederum Spitzenleistungen an den Tag gelegt!

So haben der Schweizer Roman von Schulthess und der bekannte Deutsche Kletterer Michi Wohlleben am 07.06.2018 den Alpsteinmarathon in 1:41:33 durchklettert. Die Route misst 835 m, 21 Seillängen. Eine beeindruckende Zeit, welche den bisher gehaltenen Rekord deutlich unterbot.
Der Alpsteinmarathon ist wie der Name es verrät im Alpstein gelegen und endet kurz unterhalb des Hundsteins weit oberhalb des malerischen Fälensees. Thomas Wälti der eifrige Erschliesser in der Ostschweiz und auch Führerautor des Kletterführers Churfirsten-Alvierkette-Fläscherberg hat die Route im Jahr 2006 eröffnet, seither ist sie einer der grossen Klassiker und anerbietet sich für Kletterer im soliden 6b Grad. Immer wieder sind seither neue lohnende Routen hinzugekommen.
Wer es in die Region zieht und gerne noch auf der Suche nach langen Klassikern ist der findet untenstehend visuelle Eindrücke in den ausführlichen Video's.

https://www.youtube.com/watch?v=xhjjiSL1EfA Rote Freiheit
https://www.youtube.com/watch?v=pm8DZtdZISs Alpsteinmarathon

Hier auch noch einige Fotos des Schnellzugsduos: Roman von Schulthess und Michi Wohlleben.
Roman gehörte dem ersten SAC-Expeditionsteam an war zudem Scalamalade Athlet. Bilder: Roman von Schulthess

Roman los gehtsFälenseeTime Roman and MichiGipfelbuch Alpsteinmarathon

Schwarzmönch update Juli 2018

Schwarzmönch update Juni 2018. Die Vorgeschichte zu diesem strengen Wochenende war beinahe so ereignisreich wie das Klettern der beiden letzten Tage, und zeigt, dass nach 7 Seillängen in der Hauptwand der Aufwand bereits mächtig ist weiterzubohren.
Nach dem ich im Sommer 2017 mit Köbi das Biwak ausgebaut habe und er sich beim Sturz beim Zustieg zum Biwak den Fuss arg verstaucht hatte war eine Helikopterevakuation nötig. So genoss ich und er den doch ungewohnten Abstieg. Auch der zweite Anlauf im 2017 verlief miserabel, ausser schlechtem Wetter und schlechter Moral und geschundene Knochen eröffneten wir keinen Meter. Ich dachte bereits, dass nach den missratenen Vorarbeiten (Biwakausbau und Materialtransporte) der Teufel über den Mönchsbüffel geritten ist.
Doch nun zum eigentlichen Wochenende vom 30.Juni/01.Juli 2018. Das Wetter war auf unserer Seite und mit Jan hatte ich einen starken Partner mit von der Partie. Er stieg vor und ich konnte mit ideal gepacktem Haulbag an den Steigklemmen nachsteigen. Nach 7 Seillängen erreichten wir den obersten Punkt wo wir schnurstracks den Bohrhammer ansetzten und es weiter ging. Die Kletterei ist nun bombastisch in sehr schönem Fels. Die unteren Längen verlangen definitiv bereits einiges an Engagement. Stotzig und anstrengend ging es nicht schnell genug vorwärts. Die Hitze, die Anstrengung rafften mich innerhalb von 2 Stunden bohren nieder. Das Gelände wurde immer schwerer. Es war ein Tropfen auf den heissen Stein mit nur einer halben Seillänge entschied ich mich abzuseilen. Der Mut war nicht das Problem, hatte ich beinahe zu viel Mut und riskierte an zwei Stellen den Abflug mit Bohrmaschine. Der kleine Schlaghaken für die Zwischensicherung um den Bohrhammer hochzuziehenden steckte doch sehr leicht, und unten konnte ich den Cliff knapp in Position halten. Jan meinte ich sei ein Wilder. Ich musste Lachen und dachte nach, wie diese Wand zu bezwingen sei.
Aber mit dem heutigen Tag besteht Gewissheit dass die Utopie nicht standhält und nun tatsächlich ein Weg einsehbar war. Seit diesem Moment hat sich die Welt am Schwarzmönch drastisch verändert. Die Türe zum Gipfel ist nach all den Jahren des Zögerns, der Ungewissheit aufgestossen. Und wie! Päng! oder besser ratterknatter! Bis bald! Verdammt beginne ich den Schwarzmönch wieder zu lieben!!!

Hier die Fotoschnapsschüsse:

Dessert in the bivyThe bivy, each visit comfort improvementGoodies!Morning c'mon guys!BoltsThe view!Guido on machineOh my god! This dude is crazy!View down to the Lauterbrunnen valleyClimbing high aboveYes, it is not yet finished!