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Geissstock am Gross Mythen - Auf Entdeckungsreise

Wie lange habe ich den Plan die Südostwand des Geissstock am Grossen Mythen zu durchsteigen schon mit mir herumgetragen. So scheiterte ein Versuch in sehr jugendlichen Jahren bereits bei Schnupf und Bier am Vorabend in der Stammbeiz des Turnverein aus Rickenbach.
Am nächsten Tag stand die Sonne bereits hoch und der Klettergarten war die einzige erreichbare Variante.
Viele Jahre später im besten Kletteralter, jedoch an einem ganz seltsamen Tag wo der Kopf und die Glieder irgendwie auf rebellisch stellen, ohne irgend welche Substanzen, verzichteten wir (Guido und Jan) auf grosse Abenteuer und wählten eine light Variante um das herbeigesehnte Kletterziel vollumfänglich zu geniessen.
Wir entschlossen uns für eine Routenkombination, SE-Grat des Adlerspitzli 3 und im Anschluss die vier obersten Seillängen der Yehudi 6c+ (6b+ obl.).

Das Wetter war wunderbar, jedoch die Tage Mitte November bereits ordentlich kurz.
Der Zustieg ist sehr kurzweilig und dank den guten Wegspuren leicht zu finden. Bis auf den Anseilplatz zum SE-Grat des Adlerspitzli ist der Zustiegsweg wenig ausgesetzt, jedoch bei Schnee eher nicht empfehlenswert.

Die Kletterei am SE-Grat war luftig und genüsslich, so hoch über dem Nebelmeer.
Die Route Yehudi bot eine eindrückliche Linie durch die obere steile Geissstock Südwand. So wechselt der Charakter und der Schwierigkeitsgrad abrupt. Gleich in der ersten Länge 6a+ ab dem Band gilt es klaren Kopf zu bewahren, denn gibt es doch einige wacklige Züge über eher wackligen Keilen und Friend's. Die weiteren Längen sind bedeutend besser abgesichert, der Weiterweg nicht immer trivial. Auch sind die Bohrhaken zum Teil sehr seltsam platziert, daher gilt unbedingt Express verlängern um Seilzug zu vermeiden. Die letzte Seillänge wartet mit einer harten Boulderstelle an einem runden Felsbauch auf und mit einem Ausstieg wo in brüchigem und grasigem Gelände kurz vorsichtig durchgestiegen werden muss.

Fazit: Schöne Route welche jedoch einige Makel hat. Ausblick, Umgebung top, Fels über weite Strecken super und abwechslungsreiche Kletterei. Route verdient eine saubere Sanierung damit Routenfindung besser zu finden ist, Seilzug reduziert wird. Auch dürften so einige brüchige Stellen definitiv geputzt werden, es fehlt so wenig damit die Route top solide daher kommt.
Ich werde gerne wieder an diesem wunderschönen Ort klettern gehen. Toprouten gibt es. Solange die Routen nicht im Schweiz extrem Ost erscheinen bleiben sie auch noch ein Geheimtipp;)

Hier einige fotografische Eindrücke.

Climbing area MythenGeissstock South FaceDSC00293Beautiful weather!Nice airy easy access. Soul moves!Access to the ledge. RuchenbandView from the ledge to the AdlerspitzliJan in the second pitch 6b+ from the ledge in YehudiJan in the third pitch 6b+ from the ledge in YehudiDSC00700

Zauberwäldli Habkern

Für alle welche neben den bekannten Gebieten rund um Interlaken etwas ruhiges und auch schattigeres Suchen werden mit dem Zauberwäldli bei Habkern glücklich. Steile, pumpige Kletterei in Quarzsandstein ähnlicher Felsstruktur. Sauber und ohne Betaspuren.

Achtung: Zugang im Führer Extrem West falsch angegeben. Wurde an Sandro von Känel gemeldet.

Zugangstopo korrigiert hier.

Zugang Zauberwäldli Kopie

Rossflue - Im wilden Entlebuch

Da ich (Guido) nun wieder in Fahrt komme werden nun auch wieder heftigere Touren geklettert. Tara schlug die Rossflue an der Gebirgskette Giswiler Stöcke unweit Sörenberg vor. Ich war schon immer einwenig skeptisch und packte zusätzliche Friends und Keile sowie Material zum ergänzen von evtl. Lotterständen ein. Die Wand sieht auf den Fotos stellenweise brüchig aus. Auch die grosse Steinrisi am Wandfuss lässt Böses erahnen. Welch Kontrast auch im Beschrieb der Kletterei vom SAC Kletterführer Zentralschweizer Voralpen von Urs Lötscher aus dem Jahr 1995 und dem neuen SAC Kletterführer aus dem Jahr 2013. Nun wird plötzlich von festem, teilweise scharfen Kalkfels und modern abgesicherten Kletterrouten geschrieben. Tja, dann dürfte es ja so schlimm nicht stehen!

Immer noch skeptisch nach dem weglosen Zustieg steige ich in die erste Seillänge von Rosskur ein. Los geht es bereits mit heiklem Aufsteher bis schon nur der ersten Haken geklippt ist. Die Kletterambitionen in der seltsamen Linie werden jäh zunichte gemacht. Ich kapituliere früh im on-sight. Greife zu Cliff und Schlinge um die schwere und mit weiten Hakenabständen gespickte Länge hinter mich zu bringen. Anstelle netter 6b Kletterei gibt es heikle Klettermoves im 7a+ Gelände. Oben an der Felslippe kurz vor dem Grasband winken auch schon die ersten losen Steine. Die letzte 10 Meter hohe Verschneidung wird gleich rechts durch die Schafweide umgangen. Ein guter Start ist anders! So gehen wir nun den Bumipfeiler an und können uns zumindest auf den ersten 2 Seillängen versöhnen. Topfels und gute Absicherung. Die Bewertung ist eher streng. Aber geht. Aber das war's dann auch schon! Seillänge 3 geht schon ordentlich alpin zur Sache mit einem wackligen Ausstieg auf den Pfeilerturm. Die Schwierigkeiten sind nicht sehr hoch, jedoch ein 10 Meter Run-out in eher brüchigem Gelände muss beherrscht werden. Die 4.Seillänge ist mit 6a+ im Führer angegeben mit dem Vermerk splittrig. So greift man hier gleich lieber in die Expressen um das doch wenig erfreuliche Gelände hinter sich zu bringen. Frei diese Passage zu klettern benötigt einiges an Putzaktion und auch Engagement die Züge konsequent durchzuziehen, denn man steht sehr schlecht auf den Füssen in dem leicht schmiereligen Fels.
Oben in der selben Länge, dann wieder versöhnliche Züge! Topfels und luftige Kletterei nach rechts an einer grossen Schuppe mit Unter - und Seitgriffen. Weiter am Stand nachsichern und die 5.Seillänge zwingend nur bis zum Irniger Abseilstand klettern. Oder bis auf's Geröllband und mit mobilen Sicherungsmittel einen Standplatz bauen. Ca. 15m. Vom Irniger Stand ist die letzte Möglichkeit abzuseilen!!! Am besten wird die Tour hier abgebrochen auf Grund der Fortsetzung in nun heftig brüchigem ungeputztem Gelände. Der obere Teil weist wohl nur sehr wenige Begehungen auf. Keine Spuren und keine neueren Haken, nur jene der Sanierung von 1991. Der Routenverlauf muss selber gesucht werden und ist nicht immer offensichtlich. Das Topo stimmt jedoch gut. Von den verbleibenden 120 Metern sind deren 90 Meter brüchig und schlecht gesichert. So wird am Ende der 5. Seillänge das Entlebucher Wildheuer Brevet erstanden mit einem schrägen Run-out ins vertikale Gras. Die 6. Länge ist zu Beginn ein anstrengender Körperkamin. Dieser ist noch in Ordnung zu klettern auch dank der vielen Haken. Aber danach geht es in die gebänderte Ausstiegswand. Nach zwei grossen Griffausbrüchen waren wir wirklich erleichtert die Tour ohne Unfall geschafft zu haben. Das Smily im Führer für die Absicherung nahmen wir schon als Aufmunterung die Tour mit einem Lächeln im Gesicht zu absolvieren. Auf dem Gipfel weicht dann die Erleichterung. Jedoch war der Schock vom Steinhagel noch in den Knochen.

Ein richtig derbe Kletterroute welche wirklich nur Kletternden mit solider alpiner Erfahrung vorenthalten ist! Die letzen Längen sind wirklich gefährlich. Wir wünschten uns hätten wir eine Kletterroute wie im Kletterführer beschrieben vorgefunden. So entschieden wir uns für den Fussabstieg via Furgge zurück zum Einstieg. Ca. 45 min. Das Abseilen über die Routen Arnold oder Rosskur wird nicht empfohlen! Unklarer Zustand der Abseilstände. Gefahr von Steinschlag durch abziehen des Seils über die Geröllbänder.

Das Entlebuch entpuppt sich als eine der wildesten Kletterregionen der Schweiz. Nach dem Königspfeiler diesen Frühling, hat die Rossflue dieses Atribut um Weiten bestätigt. Solche Touren zwischen Wildheuen, Eiger Nordwandfeeling, Oldschool UIAA 7, damals war die Skala gegen oben geschlossen und 7(6b) Stand für die Maximalketterschwierigkeit, hinterlassen ein unvergessliches Erlebnis. Dank dem hohen Kletterniveau und dem gewohnten Umgang in heiklem Gelände brillierten wir mit einem der wenigen Durchstiege. Ob Klettern, Fluchen, Jassen, Schnupfen im Entlebuch gibt es derbe Kost, und vieles bleibt urtümlich. Nur der Kletterführer gehört angepasst! um die Route für Wiederholer so zu beschreiben wie sie auch effektiv ist.

Empfehlung Bumipfeiler Integral 6b (6a+ oblig)
16 Expressen
3-4 Bandschlingen
0.25 -0.75 Camelot
2x60m Seil
Helm ja nicht vergessen!
Am besten bis zum Irniger Stand nach Hälfte Seillänge 5 klettern und danach über die Route abseilen.
Geniesser Variante nur die ersten zwei Seillängen klettern und abseilen. Bester Fels, super Absicherung 6b (5c oblig.)
Für den Gesamtdurchstieg sind gute Kletterkenntnisse in jeglichem Gelände notwendig.
Viel Glück!

Nach so viel Lesestoff, hier für die Augen.

AccessFoto von Guido Ammon (1)Rosskur first pitch should be 6b is more 7a+Foto von Guido Ammon (3)Foto von Guido Ammon (4)Airy beautiful climb in lenght 2 5bcBrittel rock on lenght 4Entlebucher WIldheuer BrevetEntlebucher Wildheuer BrevetThe chimney in the 6th pitch 6a+Foto von Guido Ammon (12)Foto von Guido Ammon (14)Foto von Guido Ammon (15)Foto von Guido Ammon (16)Foto von Guido Ammon (17)

Alpine Sicherheit

Als Kletterer und Bergsteiger sind wir mehr oder weniger, je nach Routenwahl Gefahren ausgesetzt.
Objektiven Gefahren begegnen wir mit Verzicht oder angepasster Routenwahl. Während dem Klettern lauern jedoch auch subjektive Gefahren durch Fehler, welche durch die Handhabung der Sicherungskette oder wieder objektiv, durch die vorhandene Einrichtung, Ausrüstung ausgehen können.

Viele Beinaheunfälle kennen wir eventuell von Anekdoten von unseren Kletterkollegen.
Ein Versuch Beinaheunfälle zu sammeln und als Erfahrungswerte einem breiten Publikum öffentlich zu machen ist nicht ganz einfach. So wird die Sammelplattform von solchen Beinaheunfällen und Gefahrenmeldungen der Schweiz, die Webseite alpinesicherheit.ch per 15.05.2020, nicht mehr weiterbetrieben.

Weiterhin gilt jedoch bei Gefahren auf Routen, bezüglich Einrichtung, objektive Gefahrenlage diese den örtlichen Bergführerbüros, SAC Sektionen oder auf rebolting.ch zu melden. Auch ein offensichtlich falsch gesetzter Bohrhaken kann beanstandet werden! und dessen Platzierung sollte korrigiert werden.

So attestiert auch das Fachmagazin Bergsteigen (Österreichisches Bergsportmagazin) Ausgabe Nummer 111, dass: „Ein Lernen aus Beinahe-Unfällen steckt allerdings im Gegensatz zur Luftfahrt und der Medizin beim Bergsport noch in den Kinderschuhen.“

Wie kontrovers jedoch die ganze Diskussion ist, zeigt sich in den verschiedenen Kommentaren von Fachautoren. Hier ein Kommentar welcher einige Gedanken aufnimmt: https://www.bergundsteigen.blog/wieder-nichts-gelernt/?fbclid=IwAR0KBC28...

Ein neuer Anlauf wird nun international unternommen, mit Unterstützung von renommierten Klettern und Bergsteigern. Zu diesen gehören aus der Schweiz: Roger Schäli und Jonas Schild.
Unter camptocamp.org/serac entsteht eine Datensammlung welche auch regelmässig in Beiträgen ausgewertet wird. Dies wird in englischer Sprache geschehen. Wir sind gespannt. Wer die Sicherheit und Risiko Buchreihe von Pit Schubert aus dem Rother Bergverlag kennt, weiss wie wertvoll Input's sein können. Und sei es nur, um uns immer wieder zu ermahnen, alles zu unternehmen um unseren geliebten Bergsport sicher auszuüben.

Wie immer wünsche ich euch unfallfreie Kletter – und Bergtouren!

(Photo: rebolting.ch Gelmerflue, Grimsel, Berner Oberland, Schweiz)

Triglav - Höchster Berg Sloweniens

Im Frühjahr war die Gewissheit, dieses Jahr wird auch ein Schwieriges. Lockdown und meine Schulter zwingen oft sich still zu halten und vom Klettern abstinent zu leben. Anfang Juli kam eine lang herbeigesehnte Reise nach Slowenien wie gelegen. Einen der schönsten Berge Europas zu besteigen.
Der Triglav, mit 2864 m.ü.M. höchster Punkt Sloweniens, zählt nicht nur zu den schönsten Bergen Europas, er brilliert mit wundervollen Zustiegen und perfekt eingerichteten und bewarteten zahlreichen Hütten. Für diese anspruchsvolle Bergtour, Klettern bis 2.Schwierigkeitsgrad gesichert durch Drahtseile oder Eisenstifte oder ungesichert, Klettersteigskala K1/K2, Wandertourenskala T5-T6 begleitete mich Florian. Wir entschieden uns für den längsten Weg zum Gipfel, aus dem malerischen Bohinj Seegebiet. So stiegen wir von Stara Fuzina (Sammeltaxi ab Bahnhof Bohinjska Bistrica) durch die Mostnica Schlucht, Voje Tal bis zur Vodnikov Hütte auf und übernachteten dort. Hier wiederfuhr uns etwas noch nie dagewesenes. Da wir nun nicht direkt auf den Gipfel steigen sondern den wirklich einmalig schönen Weg via Sedlo Dolicu, Dolicu Hütte und den Südgrat nehmen, wollten wir zeitig los und fragten für ein kleines Frühstück um 05h. Die Antwort war sehr verwirrend es gehe frühstens um 07h?!? Der Hüttenwart öffne die Türe erst um 07h. Das heisst wir wurden über Nacht eingesperrt. So blieb uns nichts anderes übrig als bereits um 06:30 am Zmorgen zu drängeln und flohen sozusagen schnellen Schrittes um 07h aus unserem nächtlichen Gefängnis.

Der Südgrat ist ein wenig schwieriger und ausgesetzter und verlangt ungesichertes klettern zwischen den gesicherten Abschnitten. Dafür ist die Kletterei vorzüglich und der Gipfel erreicht man urplötzlich beinahe ohne Anstrengung. Zirka 4h30' reine Gehzeit ab der Vodnikov Hütte. Der Abstieg wählten wir via Normalweg und den Prager Klettersteig ins Vrata Tal bis zur Aljazev Hütte. Dieser Weg ist wirklich heftig, und geht gehörig in die Knie. Man vernichtet innerhalb kurzer Zeit 1700 Höhenmeter. Der Aufstieg ist ebenso sehr anstrengend jedoch mit einer unglaublichen Szenerie. Man denkt kaum dass es durch diese Flanke einen gangbaren Weg gibt, welcher nur an drei Stellen perfekt mit Drahtseilen und Leitern gesichert ist. Alternativ kann der Abstieg ins Krmatal in betracht ziehen. Dies wird vor allem von den Einheimischen empfohlen, der Anstieg ist von dort her auch der leichteste, da der Weg behutsam ansteigt.

Fazit: Eine Bergtour von aussergewöhnlicher Schönheit, ein Gipfel erster Güte und zudem einer der Gipfel der European Seven Summits.

Hier einige Impressionen der Tour auf den Triglav.

Perfect reachable by NighttrainLovely Mostnica gorgeIn the Voje valleyFirst view of the TriglavOur route via Dolicu -South ridgeBeautiful landscape all the day longView to the steep ascent from TrentaBeatiful ascent from Dolicu on a perfect pathTriglavFlorianView back to the first short section of via ferrataGuido on the topView down from the est ridge (Common route)Perfect protectedSnow fields on the north side, way to Aljazev domIMG_20200706_1436373It's a long and steep way downSteep way upPictureIMG_20200706_1933515IMG_20200706_1934079

Königspfeiler am Schibengütsch Schrattenflue

Auf Grund der Empfehlung des Bundesrates im Zusammenhang mit der Coronavirus Pandemie sich nur in dringend notwendigen Fällen das Haus zu verlassen und auf grössere Ausflüge zu verzichten, wählte ich Guido und Jan eine Mehrseillängenroute unweit von zu Hause und abseits der grossen bekannten Klettergebiete. Die Tour unternahmen wir Anfang April. Es war auch unsere einzige Tour während dem Lockdown. So sind wir wieder froh wieder klettern zu gehen.

Ganz spontan einigten wir uns auf eine abgelegene Tour im Emmental-Entlebuch. Auf Grund meiner wiederholten Schmerzen in der Schulter waren wir eingeschränkt bei der Tourenauswahl. Da 6c auch in den hoffnungslosesten Lebenslagen geht, wählten wir den Königspfeiler am Schibengütsch/Schrattenflue.
Die Mehrseillängenroute wurde denke ich trotz der Erwähnung im Kletterführer Zentralschweizer Voralpen Südwest von vielen Kletternden einfach links liegen gelassen, da diese Ecke einfach sehr abseits von den bekannten Kletterzielen ist.
Doch wer den Königspfeiler als Kletterziel auswählt wird begeistert sein. Da ist einmal die wundervolle Weitsicht und Exponiertheit hoch über den steilen Grasflanken. Die Route selber ist steil und grossgriffig mit einigen zwingenden kleingriffigen, plattigen Stellen. Heikle Aufsteller würzen die pumpige Kletterei. Die Kletterei ist vor allem in den vier unteren Seillängen zeitgemäss abgesichert, danach wird es ein wenig wilder. Jedoch immer genügend abgesichert. Es stecken dann viele alte Schlaghaken und hie und da ein neuer Bohrhaken. Zwei Friends, Grössen 0,5 und 1, leisten wenn es allzu weit wird gute Dienste, vor allem im einfacheren Gelände.
Die Schwierigkeitsangaben sind sehr sportlich, schon die erste Länge, 5c verlangt ordentliches zugreifen. Oben ist die sechste Länge deutlich schwieriger als 6a+. Die 3. und 4. Länge können ohne Probleme in einer Länge geklettert werden und pumpen wie in der Kletterhalle! Der angegebene Grad 6c sollte daher mit Reserve beherrscht werden.

Wir hatten auf alle Fälle nicht erwartet wie toll eine solche unbekannte Route ist. Und so hat der Lockdown auch die guten Seite und wir lernen unsere Berge der nahen Umgebung besser kennen. Wir empfehlen die Route wärmstens. Wichtig ist den Zustieg von Sörenberg aus zu wählen. Der Aufstieg von Gärtlen ist sehr steil, komplett weglos und ausgesetzt. Die richtige Routenwahl ist nicht offensichtlich und der Zustieg und Abstieg keinesfalls kürzer.

Hier noch einige Schnappschüsse:

Very steep accessVery steep accessIMG_20200412_1213581Jan leading on tje first pitch 5cReady? First pitch 5c?The last difficult pitch, the longest and most difficult!Walking downDescent through the tunnel

Diese Region weisst noch weitere Geheimnisse auf. Bis bald!

Lockdown Coronavirus Lesenswerte Artikel

In mehr als 10 Jahren bestehen des Scalamalade Blog's gab es einige Perlen über witzige Geschichten, unvergessene Ausflüge, alpinistische und klettertechnische Höchstleistungen. Eng waren wir am Geschehen dran von jungen Talenten, erfahrenen Profialpinisten und konnten selber unseren Weg gehen. Auch wurden viele Artikel geschrieben um euch auf neue Routen, neue Gebiete aufmerksam zu machen.

Und jetzt bleiben wir vorbildlich zu Hause, zeichnen Topo's, brüten über neue Tourenziele, trainieren sofern dies an der Hausboulderwand möglich ist.

Damit wir euch dennoch die Zeit in Gedanken versüssen können, untenstehend einige der lesenswertesten Artikel inklusive vielen Bildern. Bleibt Gesund!

Abendberg – Verdon des Berner Oberland
http://news.scalamalade.com/archive/2009/05/abendberg-verdon-des-berner-...

Chamonix!
http://news.scalamalade.com/alpin/2014/08/americaine-directe-an-der-peti...

Chuchigraben – Der Durchstieg
http://news.scalamalade.com/eis-mixed-tooling/2012/02/chuchigraben-eiskl...

Eisklettern eine Lebenseinstellung
http://news.scalamalade.com/eis-mixed-tooling/2017/01/eisklettern-eine-l...

Elbsandstein
http://news.scalamalade.com/sportklettern/2016/04/elbsandstein-2teil-erl...

Märmelibahn Eiger Südwand
http://news.scalamalade.com/alpin/2012/09/maermelibahn-an-der-eigersuedwand

Peuterey Integrale
http://news.scalamalade.com/alpin/2013/10/peuterey-integrale-mont-blanc

Schwarzmönch Utopie - ein Debakel
http://news.scalamalade.com/archive/2014/10/schwarzm%C3%B6nch-update-2014

Seewser Schild – Selten begangene Tour im Obwalden
http://news.scalamalade.com/alpin/2013/06/seewser-schild-im-foehnsturm

Mälchstuhl – Berner Oberland
http://news.scalamalade.com/alpin/2011/09/maelchstuel-silberloui

Magic Mushroom am Eiger
http://news.scalamalade.com/alpin/2011/09/magic-mushroom

Eisklettern im Simplongebiet
http://news.scalamalade.com/archive/2010/01/eisklettern-auf-der-simplons...

Body Grillen in Sion
http://news.scalamalade.com/archive/2008/04/vorgezogener-sommertag-im-wa...

Diavolezza – Ein Eiskletterwettbewerb der Superlative
http://news.scalamalade.com/archive/2008/03/ice-climbing-festival-pontre...

Verdon
http://news.scalamalade.com/sportklettern/2012/05/klettern-in-der-verdon

Boulderhalle Isatis Aarburg

Seltsam wie auch die Routen und der Fels in der Umgebung von Olten so ist auch die Konstellation der Boulderhallen in und gleich vor Olten. Erst im 2018 ging die Boulderhalle in Olten auf. Leider erhielt diese Boulderhalle sehr wenig zuspruch. Kurze Zeit später nach rund einem Jahr im November 2019 eröffnete die Boulderhalle Isatis von Initiator Paul Langenkamp ihre Türe. Nur 5 Bushaltestellen entfernt, ca. 3 km, und hier ist dann etwas entstanden was den eingefleischten Boulderer erfreut. Und obwohl es nicht der ganz grosse Wurf geworden ist, es wurde ja, wie so oft bei neuen Kletterhallenprojekten gemunkelt, es gebe am Autobahnverzweiger Rothrist eine der grössten Kletterhallen im Mittelland, gibt es nun fortan eine tolle Boulderhalle mit viel Raum für ein abwechslungsreiches Bouldertraining.
Auf 300m2 Bodenfläche verteilt gibt es verschiedene Wandneigungen um sich ordentlich die Finger lang zu ziehen. Auch ein Kinderbereich sowie einige Routen bis 6m Höhe gibt es. Um den Vorstieg zu üben oder mittels Topas selbstgesichert in die Höhe zu klettern.

Alles in allem der neue lohnende Treffpunkt für ambitionierte Boulderer und Kletterer in der Region Olten, Zofingen.

Auf den Bildern einige Eindrücke der sehr tollen Boulderhalle:

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Paradice

Ein Film von Daniel Bleuer über das Eisklettern mit Jonas Schild, Nicolas Hojac, Stephan Siegrist. Die Erstausstrahlung fand am 17.Januar 2020 im Kino Rex in Thun statt.
Dieser 17-minütige Film ist während drei Jahren, 2017 – 2019 entstanden. Er zeigt nicht nur steile, atemberaubende Eissequenzen sondern auch viele Einblicke in ein rauhes, unangetastetes und vergängliches Naturschauspiel. Kleittern an gefrorenen Wasserfällen. Eine Off-Stimme untermahlt den Film. Ein Film nicht nur für Eiskletterfreaks sondern für alle Naturliebhaber. Die gezeigten Eisfälle sind der NIN, oberhalb der Fründenschur am Oeschinensee und die beiden an der Breitwangflue gelegenen Eisrouten The Flying Circus und Metro. Alle Routen sind Extremklassiker.
Der Film wurde untermalt mit der Präsenz der Hautakteure des Films welche nach der Ausstrahlung des Films noch einige Anekdoten und Schwierigkeiten beim Filmdreh erzählten. Ein gelungener und sehr sehenswerten Film.

„Ein Film welcher so frisch philosophisch daherkommt als sei das Eisklettern erst gerade entdeckt worden.“ - Guido Ammon

Wenden Gran Paradiso zu Recht ausgenagelt

Eine unrühmliche Erstbegehung welche so zu recht keinen Platz hat. Ausgenagelt und vergessen ist die richtige Konsequenz.
Bereits bei der Verkündung der Erstbegehung durch ein deutsches Trio zu Beginn Oktober 2019 in den Medien wurde man stutzig. Gran Paradiso 7 Seillängen 6c+, 8a+, 8b, 8c, 8a+, 8b, 7b+. Links neben Zahir, im Sektor Dom. In einem Jahr eine solche Tour von unten einzubohren, und noch rotpunkt zu klettern eine Leistung welche doch etwas mehr als nur einen knappen Medienbericht erfordert. Zudem in den Wenden. Dieser geschichtsträchtige Ort, wo noch heute gewisse Routen den Weg in einen Kletterführer nie gefunden haben. Die Wiederholer auf den Spuren der Erstbegeher wandeln. Von jedem Haken wegzuklettern in den Ozean aus perfektem Kalk. Die Freiheit zu spüren, die Leichtigkeit, so wie der Erstbegeher die selbe Anspannung fand bis zum nächsten Haken. Jeden Meter muss sicher geklettert werden. Freikettern in perfekten Routen welche im Einklang einhergehen mit Stil und Geschichte. Respekt vor dem Berg, dem sauberen Stil.

So ist es nur richtig wurden die Haken aus Gran Paradiso von Yannick Glatthard und Michal Pitelka entfernt. Laut Mitteilung der beiden wurden die Haken mit Hilfe einer 8mm-Lochreihe angebracht. und nicht in freier Kletterei! Eine Erstbegehung im Artifstil. Die Route ist weiter sehr nahe an der Zahir gelegen und endet willkürlich in der Mitte der Wand.
Dieses hochbohren kann niemals toleriert werden! Danke jedem einzelnen für den sauberen Stil anzukämpfen!

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