Hasse / Brandler 7a+ in den Dolomiten

Sebastian, Janis und Ich (Roman) sitzen ausgeschlafen in einem Restaurant in Toblach und genießen unsere Pizza.
Gestern morgen um 4.30 starteten wir vom Parkplatz des Rifugio Auronzo zu unserer Tour. Dem breiten Wanderweg folgten wir bis an den Fuss der Nordwand der Grossen Zinne. Den Einstieg unserer geplanten Route, der Hasse / Brandler, erreichten wir gerade im ersten Tageslicht. Nach einem kurzen „Schnick-Schnack-Schnuck“ durfte Janis die ersten Seillängen dieser gewaltig steilen Wand vorsteigen.
Durch Verschneidungen, über Dächer und mit Quergängen erreichten wir nach acht Seillängen ein gutes Band, an welchem eine ziemlich stark überhängende Verschneidung beginnt. Da die kommenden Längen leider komplett nass waren, mussten wir uns wie anno 1958 die Erstbegeher in technischer Kletterei hocharbeiten. Der Unterschied bestand nur darin, dass die Schlaghaken mittlerweile 45 Jahre alt und ziemlich rostig sind. Da ist man schon froh hat es an jedem Stand ein Bohrhaken! Das kostet leider sehr viel Zeit da wir ja auch noch zu dritt unterwegs waren.
Nach diesen Schlüssellängen wurde es wieder etwas einfacher, aber nicht wirklich flacher. Einige Stunden später waren wir beim Wandbuch angelangt und freuten uns darüber, dass es nur noch vier Seillängen in einem Kamin hochgeht. Doch die Freude verschwand schnell wieder als wir den Stemmkamin zwei Längen später sahen. Das Wasser tropfte uns auf den Kopf und die Wände waren voll mit Moos überzogen. Da geht niemand freiwillig hoch! Nach einem Blick aufs Topo sahen wir, dass wir diesen Kamin glücklicherweise auch links umgehen können. So erreichen wir etwas später das Ringband, wo wir endlich aus den Kletterfinken in die bequemen Turnschuhe schlüpfen können. Über einfacheres Gelände kamen wir um 20 Uhr auf dem Gipfel der Grossen Zinne an. Schnell machten wir uns an den Abstieg, um die letzten Stunden des Tageslicht auszunutzen. Leider kam mit der Dunkelheit auch der Nebel und so war es ziemlich schwer den richtigen Weg zu finden. Nach einigen improvisierten Abseilmanövern gelangten wir dann doch noch auf den Weg, der uns zum Auto brachte. Ziemlich kaputt tranken wir die im Auto gebliebenen Wasserflaschen leer und schliefen sofort ein.

Am StandSebastian in der CruxTiefblickBeim WandbuchKurz vor dem GipfelEndlich geschafftAbendstimmung mit der Westlichen Zinne