Schwarzmönch update Juli 2018

Schwarzmönch update Juni 2018. Die Vorgeschichte zu diesem strengen Wochenende war beinahe so ereignisreich wie das Klettern der beiden letzten Tage, und zeigt, dass nach 7 Seillängen in der Hauptwand der Aufwand bereits mächtig ist weiterzubohren.
Nach dem ich im Sommer 2017 mit Köbi das Biwak ausgebaut habe und er sich beim Sturz beim Zustieg zum Biwak den Fuss arg verstaucht hatte war eine Helikopterevakuation nötig. So genoss ich und er den doch ungewohnten Abstieg. Auch der zweite Anlauf im 2017 verlief miserabel, ausser schlechtem Wetter und schlechter Moral und geschundene Knochen eröffneten wir keinen Meter. Ich dachte bereits, dass nach den missratenen Vorarbeiten (Biwakausbau und Materialtransporte) der Teufel über den Mönchsbüffel geritten ist.
Doch nun zum eigentlichen Wochenende vom 30.Juni/01.Juli 2018. Das Wetter war auf unserer Seite und mit Jan hatte ich einen starken Partner mit von der Partie. Er stieg vor und ich konnte mit ideal gepacktem Haulbag an den Steigklemmen nachsteigen. Nach 7 Seillängen erreichten wir den obersten Punkt wo wir schnurstracks den Bohrhammer ansetzten und es weiter ging. Die Kletterei ist nun bombastisch in sehr schönem Fels. Die unteren Längen verlangen definitiv bereits einiges an Engagement. Stotzig und anstrengend ging es nicht schnell genug vorwärts. Die Hitze, die Anstrengung rafften mich innerhalb von 2 Stunden bohren nieder. Das Gelände wurde immer schwerer. Es war ein Tropfen auf den heissen Stein mit nur einer halben Seillänge entschied ich mich abzuseilen. Der Mut war nicht das Problem, hatte ich beinahe zu viel Mut und riskierte an zwei Stellen den Abflug mit Bohrmaschine. Der kleine Schlaghaken für die Zwischensicherung um den Bohrhammer hochzuziehenden steckte doch sehr leicht, und unten konnte ich den Cliff knapp in Position halten. Jan meinte ich sei ein Wilder. Ich musste Lachen und dachte nach, wie diese Wand zu bezwingen sei.
Aber mit dem heutigen Tag besteht Gewissheit dass die Utopie nicht standhält und nun tatsächlich ein Weg einsehbar war. Seit diesem Moment hat sich die Welt am Schwarzmönch drastisch verändert. Die Türe zum Gipfel ist nach all den Jahren des Zögerns, der Ungewissheit aufgestossen. Und wie! Päng! oder besser ratterknatter! Bis bald! Verdammt beginne ich den Schwarzmönch wieder zu lieben!!!

Hier die Fotoschnapsschüsse:

Dessert in the bivyThe bivy, each visit comfort improvementGoodies!Morning c'mon guys!BoltsThe view!Guido on machineOh my god! This dude is crazy!View down to the Lauterbrunnen valleyClimbing high aboveYes, it is not yet finished!