Gondo ist ein kleines Dorf auf der Südseite des Simplonpasses. Im Jahr 2000 wurde es durch ein verheerendes Unwetter stark zerstört. Vom Dorfplatz erblickt man die eindrückliche, die Szene beherrschende Wand. Die 350 Meter hohe Felsbastion, die La Sentinella" oder auch Rudewand" genannt wird, wurde noch in Artifkletterei ab 1980 erschlossen. (...) Auch heute noch steckt das Originalmaterial aus dieser heroischen Zeit in den meisten Routen. Die wenigen Routen sind somit von grosser Ernsthaftigkeit. Viele Seillängen sind selbst abzusichern. Ein detailiertes Topo ist unerlässlich, um sich in den Routen zurecht zu finden. Allesamt sind die Routen schwierig und ein Rückzug auf Grund des alten oder fehlenden Materials, kann sich als gefährliches Unterfangen erweisen. In den meisten Routen muss bis oben hinaus geklettert und der Abstieg dann durch ein Couloir zu Fuss bewältigt werden. Dies stellt selbst schon ein Abenteur dar.
Die Schönheit der Wand -es gibt zwar einige Monsterschuppen, und einzelne brüchige Stellen- ist einmalig. Daher wird auch der Vergleich mit dem Yosemite herbeigezogen. Von der einzigartigen Ambiance angetan, sind hier auch schon Plaisirgedanken aufgetaucht. Der kurze Zustieg ist dafür wahrhaftig geeignet. Jürg von Känel und Thomas Zwahlen sanierten die Route Le Rondini Sanguinarie und schenkten somit vielen Granitfreunden die Gelegenheit, eine der vohandenen Routen in einem absehbaren Risikorahmen zu klettern. Sie weist regelmässige Bohrhaken auf und auch zum Abseilen ist sie bestens eingerichtet. Während das Sonnenlicht das Tal hochsteigt und die weiteren umliegenden Wände in einen goldenen Glanz taucht, können wunderbare Riss- und Wandklettereien geklettert werden. Das Heulen der schweren Lastwagen, die über den Simplopass fahren, ist beim Klettern von einer der schönsten Granitklettereien im ganzen Alpenraum schnell vergessen. Die Rudenwand" oberhalb von Gondo ist definitiv eine der eindrücklichsten Felswände der Schweiz.
by Guido Ammon
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