Alpin

Herbstende am Mönch

Mein (Jönu) momentaner Schöggeler-Lifestyle (2 Tage Arbeiten, 5 Tage Zeit zum Klettern) und Nicus Weekend-Warrior Alltag (nur am Wochenende Zeit zum Klettern), machten es uns schwierig zusammen grössere Touren zu Unternehme, da einer meiner zwei Arbeitstage den Samstag betrifft. Jedoch brachte der prachtvolle Herbst, teilweise top Bedingungen in den höheren Lagen, zum Bergsteigen. Somit entschieden wir uns das Haston-Coulouir am Mönch zu klettern.
Nicu ging bereits am Samstagmorgen Richtung Guggihütte um die Bedingungen zu checken, ich musste wie bereits erwähnt bis um 17.00 arbeiten und konnte mich erst dann auf den Weg nach Wengen machen, um von dort in die Hütte zu laufen, da um diese Zeit kein Zug mehr bis zur Station Eigergletscher fährt. Der lange, nächtliche Marsch wurde durch den wunderbaren Vollmond deutlich angenehmer und ich war bereits um 23 Uhr in der Guggi, wo mich Nicu nicht wie abgemacht mit einem edlen 5 Gänger erwartete, dafür mit einer wunderbaren Pasta al Nico. Nach einigen Stunden Schlaf starteten wir um halb vier in der Guggi zum Gletscherkessel vor der Nordwand. Neben uns machten sich Jonas Alleman und Janis Hager auch in Richtung Haston auf.
Zu Beginn wartete ein kurzer „Einstiegsboulder“ von drei Längen auf uns, der ins Couloir führt, danach ging es etwas einfacher aber anhaltend den Eisschlauch hinauf bis man schliesslich über die im Vergleich Gipfelflanke auf den Mönch gelangt. Der Abstieg aufs Jungfrau joch war dann schnell und unkompliziert.
Das Wetter blieb danach noch weiter ein Traum und unsere Motivation blieb auch aufrecht. Deshalb entschieden wir uns zwei Wochen später noch die Lauperrippe in einem Tag von Bern aus zu machen. Die Tatsache, dass wir so am Sonntag erst um neun Uhr vom Eigergletscher starten konnten, lies uns mehrere Szenarien durchdenken, unteranderem auch den letzten Zug um 16.40 auf dem Joch zu verpassen.
Doch zum Glück lief alles wie am Schnürchen und wir standen bereits um 14 Uhr, nach 5 Stunden Aufstieg auf dem Gipfel. So schafften wir es locker wieder am gleichen Tag nach Bern zurück und konnten am Montag erholt bei der Arbeit erscheinen.
Nach diesem Prächtigen Herbst hoffen wir auf einen genauso prächtigen Winter mit viel Schnee und Eis zum Skifahren und Pickeln.

Mälchstuel Silberloui

Nach langem Gerede hat es nun nach mehr als zehn Jahren geklappt! Wir gehen an den Mälchstuel klettern! Bei Regen und Nebel kämpften wir uns schwerbepackt Richtung Silberhornhütte. Der Wetterbericht meldete eine trockene Nacht und darauf folgend ein Prachtstag. Unser Ziel das Mälchstuel Biwak für unser Nachtlager. Was uns dort und am nächsten Tag erwartete verriet uns der SAC Führer nicht wirklich. Die steile Wand welche wir aus unseren früheren Ausflügen ins Tal kennen ist Grund genug für uns dort hin zu pilgern. Durch den Nebel durften wir bereits einen Augenschein der Felswand erhaschen. Auch das Biwak ist ein Traum und einfach zu finden. Gross und heimelig mit Blick in interessante Nordwände. Der Besen ist genial kann doch die Stube wirklich gut gesäubert werden. Wir liessen uns durch die Einträge im Biwakbuch beeinflussen und wollten gleich zwei Touren an einem Tag klettern oder nein gleich die ganze Woche hier oben verbringen…!
Der geschichtliche Hintergrund und die vielen positiven Einträge überzeugten uns in die Silberlouwi einzusteigen. Die Route ist wunderschön in kompakten grauen und gelben Kalk.
Wir danken den Erschliesser.
Natürlich haben wir den ranzen voll gegröllt ab dem Eintrag von Chäpi Ochsner:“ Hier sind Helme gefragt nicht Hüte!“ Doch ist der Fels abgesehen von kurzen Passagen bombenfest und schön wasserzerfressen und stellenweise scharf.

Hier einige weitere Infos:
- Aufstieg ins Biwak ab Stechelberg in ca. 3h30‘ Biwak gut ausgerüstet. Kochgeschirr und Matte vorhanden.
- Rund 25 Routen davon ca.16 Mehrseillängentouren von 2 - 8SL. Schwierigkeiten, leichteste Tour 6a+ (3SL) das meiste ist dann um die 6c - 7a mit sehr konstanten anhaltenden Schwierigkeiten, solide Ausdauer und Psyche wie in den Wenden ist gefragt. Friends und neue Schlingen für SU in jeder Route nötig.
- Weitere detailierte Infos im Biwak!
Danke den Erschliessern um Resu Leibundgut und Bruno Mast u.a.!

Magic Mushroom

Am letzten Wochenende, entschieden sich Nicu und ich (Jönu) für einen Magicmushroomtrip, nach Grindelwald zu Reisen. Welchen wir auch am Sonntag um ca. 4 Uhr morgens starteten. Den ganzen Tag schwebten wir „high“ über der kleinen Scheidegg und sahen ab und zu auch mal andere Leute durch die Lüfte fliegen. Gegen 17 Uhr schafften wir dann den Ausstieg von unserem Trip und kamen auch ziemlich schnell wieder etwas „down“.
Die, die jetzt denken es handle sich hier um einen Psychodelischen Drogentrip in den Bergen liegen völlig falsch, denn es handelt sich hier um die Route Magicmushroom von Roger Schäli auf den Pilz des Eigers, welcher als B.A.S.E Exit bekannt ist. Zwar hatte unser Trip keine halluzinogene Wirkung auf uns, dass heisst aber nicht das er weniger intensiv war, denn 21 Seillängen bis 7c+ und ein Marsch nach Wengen, fahren auch ziemlich ein.

Matterhorn

Matterhorn unser Mount Toblerone

Schon unzählige Tobleronestückli haben wir (Jönu und Nicu) in den letzten Jahren verschlungen, jedoch standen wir noch nie auf so einem Ding. Somit entschlossen wir uns für den Aufstieg durch die cremige Nordseite, wo sich dunkle und weisse Schokolade zu einem wahren Gaumenschmaus vermischen. Spätestens nach 12 Stunden Aufstieg merkten wir, dass das essen so eines Stückli zwar schneller ist, aber nur halb so genüsslich wie unser Aufstieg. Leider waren wir nicht die einzigen, die dieses süsse Abenteuer auf sich nahmen. Wir teilten jedoch diese Süssigkeit gerne mit Kameraden aus aller Welt.

Mönch „Lauperroute“ (Solo)

Der Mönch ist ein vielbegangener Berg, vor allem seine Normalroute. Grund dafür ist der bequeme Aufstieg mit der Bahn bis aufs Jungfraujoch. Seine schöne Nordwand, (ohne Nollen betrachtet) wird jedoch meist ein Bisschen vergessen. Sie ist niemals so spektakulär und imposant wie die des Eigers, aber bietet auch sehr schöne kombinierte Kletterei.
Ich (Nico) kletterte die Lauperroute. Sie ist eine sehr abwechslungsreiche Route durch die Nordwand, die ziemlich viel zu bieten hat wie Firnfelder, Risse, Überhänge, Blockkletterei etc. Die Verhältnisse waren wirklich super und ich kam sehr zügig voran. Ich musste mich nur an zwei kurzen Stellen sichern, der Riss und der berüchtigte Schulterstand. Am schönsten war die Rippe, die nach dem Schulterstand auf den Grat führt. Einfach geniale Kletterei.
Der Abstieg ist sehr gutmütig. Er führt über die Normalroute aufs Jungfraujoch. So ist man in kurzer Zeit wieder in der Zivilisation zurück.

Der Nadelgrat

In der alpinen Literatur wird der Grat des Nadelhorns bis zum Galenjoch als Nadelgrat bezeichnet.
Die Bordierhütte ist ein guter Ausgangspunkt für mehrere Bergtouren. Wir fühlten uns sofort sehr wohl in dieser schroffen Gletscherumgebung mit fantastischem Panorama im Abendlicht, zu Gast im Garten der Steinböcke. Auch die gastfreundschaftlichen Hüttenwirte leisteten einen grossen Beitrag dazu.
Wir starteten zur frühen Stunde von der Bordierhütte, überquerten den Riedgletscher und durchstiegen das Couloir über das Dirrujoch zum Dirruhorn. Von da aus starteten wir die Überschreitung von 4 Viertausender über einen Grat. Dirruhorn, Hoberghorn, Stecknadelhorn und Nadelhorn.Bei perfektem Wetter und bei super Bedingungen durften wir diese lange Tour durchsteigen. Sehr empfehlenswerte Grattour im Fels und Schnee.

Fotos Philipp Bührer und Samuel Diener

Gross Diamantstock 3162m, "Über den Ostgrat" ZS

Der Gross Diamantstock 3162m ist ein lohnendes Ausflugziel für Plaisirkletterer und wird vor allem von der Bächlitalhütte bestiegen. Mit Angela kletterte ich (Matt) vergangenes Wochenende über den Ostgrat in Richtung Gipfel. Der Zustieg von der Hütte zum Einstieg des Grats dauert ungefähr 2 Stunden. Bis zum Gipfel muss man mit ca. 5-6 Stunden rechnen. Die Gratkletterei ist vielseitig und ausgesetzt und Kletterstellen müssen bis zum 4. Schwierigkeitsgrad bewältigt werden. Bei schlechtem Wetter ist es möglich vor dem letzten Aufschwung zum Gipfel abzuseilen. Der Abstieg erfolgt über den Südgrat und/oder die Ostflanke, welche oft auch als Aufstiegsroute (leichteste Route am Berg) begangen wird.

     

Öschinensee „Blaues Wunder“

Die Sportkletterrouten beim Öschinensee sind nicht allzu bekannt, dies jedoch zu unrecht. Es gibt mehrere Routen zwischen 200 und 450 Meter, die sich in den markanten und steilen Felswänden direkt bei der Fründenschnur befinden. Die Absicherung ist meistens gut, jedoch wurden keine Bolts verschwendet. Die Routen sind gegen Westen ausgerichtet. Das heisst, dass die Sonne erst gegen Mittag in die Wand scheint. So kann man morgens ausschlafen und bis relativ spät am Abend klettern.

Michu und ich (Nico) kletterten die Route „Blaues Wunder“. Sie ist ziemlich anhaltend zwischen 6c und 7b+ und dazu noch sehr abwechslungsreich. Es gibt fast alles was ein Kletterherz höher schlagen lässt: Technische Wandkletterei, feine Platten, schöne Risse, athletische Überhänge etc. Die perfekte Route um an einem Samstagnachmittag noch etwas zu unternehmen.

Weiter Infos zu den Routen unter www.obsig.ch

Wendenstöcke „Batman“

Zu bekannt sind die Wendenstöcke um sie noch genauer zu beschreiben. Michu und ich (Nico) kletterten die Route „Batman“ am Reissend Nollen. Die Route ist ein Klassiker der nicht ganz ohne ist. Sie ist teilweise nur spärlich abgesichert und die Kletterstellen zwischen den Haken sind weit und anhaltend schwierig. So kann es gut mal möglich sein, dass man einen 15-20 Meter Sturz hinblättert. Glücklicherweise ist das Material in der Route in sehr gutem Zustand und es sind keine uralten Sanduhren vorhanden. Die Route ist sehr homogen zwischen 7a und 7b. Der Grad 7a obligatorisch, ist wirklich zwingend und eine gute Psyche ist von Vorteil! Das Vorsteigen der Route ist zum Teil stressig, jedoch im Nachstieg ist die Tour ein voller Genuss.

Rätikon Galadriel 6c

Das Klettergebiet Rätikon im Graubünden bietet abwechslungsreiche Klettereien in fast allen Schwierigkeitsgraden. Fabio und ich (Matt) kletterten im Mai 2011 den Klassiker Galadriel 6c an der 5. Kirchlispitze. Die Kletterei und der Fels ist durchwegs gut und erlaubt genussvolles Klettern in Wasserlöchern und Wasserrinnen im plattigen sowie vertikalen Gelände.

Die Kletterhütte Pardutz, vom Kletterclub Rätikon KCR, befindet sich auf dem Grüscher Alpli und ist der perfekte Ausgangspunkt für Klettertouren an den Kirchlispitzen und der Drusenfluh. Anmeldung für die Hütte unter www.kcr-online.ch.

Weitere Informationen zum Rätikon sind auf www.rätikon.ch zu finden.