Alpin

Rossflue - Im wilden Entlebuch

Da ich (Guido) nun wieder in Fahrt komme werden nun auch wieder heftigere Touren geklettert. Tara schlug die Rossflue an der Gebirgskette Giswiler Stöcke unweit Sörenberg vor. Ich war schon immer einwenig skeptisch und packte zusätzliche Friends und Keile sowie Material zum ergänzen von evtl. Lotterständen ein. Die Wand sieht auf den Fotos stellenweise brüchig aus. Auch die grosse Steinrisi am Wandfuss lässt Böses erahnen. Welch Kontrast auch im Beschrieb der Kletterei vom SAC Kletterführer Zentralschweizer Voralpen von Urs Lötscher aus dem Jahr 1995 und dem neuen SAC Kletterführer aus dem Jahr 2013. Nun wird plötzlich von festem, teilweise scharfen Kalkfels und modern abgesicherten Kletterrouten geschrieben. Tja, dann dürfte es ja so schlimm nicht stehen!

Immer noch skeptisch nach dem weglosen Zustieg steige ich in die erste Seillänge von Rosskur ein. Los geht es bereits mit heiklem Aufsteher bis schon nur der ersten Haken geklippt ist. Die Kletterambitionen in der seltsamen Linie werden jäh zunichte gemacht. Ich kapituliere früh im on-sight. Greife zu Cliff und Schlinge um die schwere und mit weiten Hakenabständen gespickte Länge hinter mich zu bringen. Anstelle netter 6b Kletterei gibt es heikle Klettermoves im 7a+ Gelände. Oben an der Felslippe kurz vor dem Grasband winken auch schon die ersten losen Steine. Die letzte 10 Meter hohe Verschneidung wird gleich rechts durch die Schafweide umgangen. Ein guter Start ist anders! So gehen wir nun den Bumipfeiler an und können uns zumindest auf den ersten 2 Seillängen versöhnen. Topfels und gute Absicherung. Die Bewertung ist eher streng. Aber geht. Aber das war's dann auch schon! Seillänge 3 geht schon ordentlich alpin zur Sache mit einem wackligen Ausstieg auf den Pfeilerturm. Die Schwierigkeiten sind nicht sehr hoch, jedoch ein 10 Meter Run-out in eher brüchigem Gelände muss beherrscht werden. Die 4.Seillänge ist mit 6a+ im Führer angegeben mit dem Vermerk splittrig. So greift man hier gleich lieber in die Expressen um das doch wenig erfreuliche Gelände hinter sich zu bringen. Frei diese Passage zu klettern benötigt einiges an Putzaktion und auch Engagement die Züge konsequent durchzuziehen, denn man steht sehr schlecht auf den Füssen in dem leicht schmiereligen Fels.
Oben in der selben Länge, dann wieder versöhnliche Züge! Topfels und luftige Kletterei nach rechts an einer grossen Schuppe mit Unter - und Seitgriffen. Weiter am Stand nachsichern und die 5.Seillänge zwingend nur bis zum Irniger Abseilstand klettern. Oder bis auf's Geröllband und mit mobilen Sicherungsmittel einen Standplatz bauen. Ca. 15m. Vom Irniger Stand ist die letzte Möglichkeit abzuseilen!!! Am besten wird die Tour hier abgebrochen auf Grund der Fortsetzung in nun heftig brüchigem ungeputztem Gelände. Der obere Teil weist wohl nur sehr wenige Begehungen auf. Keine Spuren und keine neueren Haken, nur jene der Sanierung von 1991. Der Routenverlauf muss selber gesucht werden und ist nicht immer offensichtlich. Das Topo stimmt jedoch gut. Von den verbleibenden 120 Metern sind deren 90 Meter brüchig und schlecht gesichert. So wird am Ende der 5. Seillänge das Entlebucher Wildheuer Brevet erstanden mit einem schrägen Run-out ins vertikale Gras. Die 6. Länge ist zu Beginn ein anstrengender Körperkamin. Dieser ist noch in Ordnung zu klettern auch dank der vielen Haken. Aber danach geht es in die gebänderte Ausstiegswand. Nach zwei grossen Griffausbrüchen waren wir wirklich erleichtert die Tour ohne Unfall geschafft zu haben. Das Smily im Führer für die Absicherung nahmen wir schon als Aufmunterung die Tour mit einem Lächeln im Gesicht zu absolvieren. Auf dem Gipfel weicht dann die Erleichterung. Jedoch war der Schock vom Steinhagel noch in den Knochen.

Ein richtig derbe Kletterroute welche wirklich nur Kletternden mit solider alpiner Erfahrung vorenthalten ist! Die letzen Längen sind wirklich gefährlich. Wir wünschten uns hätten wir eine Kletterroute wie im Kletterführer beschrieben vorgefunden. So entschieden wir uns für den Fussabstieg via Furgge zurück zum Einstieg. Ca. 45 min. Das Abseilen über die Routen Arnold oder Rosskur wird nicht empfohlen! Unklarer Zustand der Abseilstände. Gefahr von Steinschlag durch abziehen des Seils über die Geröllbänder.

Das Entlebuch entpuppt sich als eine der wildesten Kletterregionen der Schweiz. Nach dem Königspfeiler diesen Frühling, hat die Rossflue dieses Atribut um Weiten bestätigt. Solche Touren zwischen Wildheuen, Eiger Nordwandfeeling, Oldschool UIAA 7, damals war die Skala gegen oben geschlossen und 7(6b) Stand für die Maximalketterschwierigkeit, hinterlassen ein unvergessliches Erlebnis. Dank dem hohen Kletterniveau und dem gewohnten Umgang in heiklem Gelände brillierten wir mit einem der wenigen Durchstiege. Ob Klettern, Fluchen, Jassen, Schnupfen im Entlebuch gibt es derbe Kost, und vieles bleibt urtümlich. Nur der Kletterführer gehört angepasst! um die Route für Wiederholer so zu beschreiben wie sie auch effektiv ist.

Empfehlung Bumipfeiler Integral 6b (6a+ oblig)
16 Expressen
3-4 Bandschlingen
0.25 -0.75 Camelot
2x60m Seil
Helm ja nicht vergessen!
Am besten bis zum Irniger Stand nach Hälfte Seillänge 5 klettern und danach über die Route abseilen.
Geniesser Variante nur die ersten zwei Seillängen klettern und abseilen. Bester Fels, super Absicherung 6b (5c oblig.)
Für den Gesamtdurchstieg sind gute Kletterkenntnisse in jeglichem Gelände notwendig.
Viel Glück!

Nach so viel Lesestoff, hier für die Augen.

AccessFoto von Guido Ammon (1)Rosskur first pitch should be 6b is more 7a+Foto von Guido Ammon (3)Foto von Guido Ammon (4)Airy beautiful climb in lenght 2 5bcBrittel rock on lenght 4Entlebucher WIldheuer BrevetEntlebucher Wildheuer BrevetThe chimney in the 6th pitch 6a+Foto von Guido Ammon (12)Foto von Guido Ammon (14)Foto von Guido Ammon (15)Foto von Guido Ammon (16)Foto von Guido Ammon (17)

Alpine Sicherheit

Als Kletterer und Bergsteiger sind wir mehr oder weniger, je nach Routenwahl Gefahren ausgesetzt.
Objektiven Gefahren begegnen wir mit Verzicht oder angepasster Routenwahl. Während dem Klettern lauern jedoch auch subjektive Gefahren durch Fehler, welche durch die Handhabung der Sicherungskette oder wieder objektiv, durch die vorhandene Einrichtung, Ausrüstung ausgehen können.

Viele Beinaheunfälle kennen wir eventuell von Anekdoten von unseren Kletterkollegen.
Ein Versuch Beinaheunfälle zu sammeln und als Erfahrungswerte einem breiten Publikum öffentlich zu machen ist nicht ganz einfach. So wird die Sammelplattform von solchen Beinaheunfällen und Gefahrenmeldungen der Schweiz, die Webseite alpinesicherheit.ch per 15.05.2020, nicht mehr weiterbetrieben.

Weiterhin gilt jedoch bei Gefahren auf Routen, bezüglich Einrichtung, objektive Gefahrenlage diese den örtlichen Bergführerbüros, SAC Sektionen oder auf rebolting.ch zu melden. Auch ein offensichtlich falsch gesetzter Bohrhaken kann beanstandet werden! und dessen Platzierung sollte korrigiert werden.

So attestiert auch das Fachmagazin Bergsteigen (Österreichisches Bergsportmagazin) Ausgabe Nummer 111, dass: „Ein Lernen aus Beinahe-Unfällen steckt allerdings im Gegensatz zur Luftfahrt und der Medizin beim Bergsport noch in den Kinderschuhen.“

Wie kontrovers jedoch die ganze Diskussion ist, zeigt sich in den verschiedenen Kommentaren von Fachautoren. Hier ein Kommentar welcher einige Gedanken aufnimmt: https://www.bergundsteigen.blog/wieder-nichts-gelernt/?fbclid=IwAR0KBC28...

Ein neuer Anlauf wird nun international unternommen, mit Unterstützung von renommierten Klettern und Bergsteigern. Zu diesen gehören aus der Schweiz: Roger Schäli und Jonas Schild.
Unter camptocamp.org/serac entsteht eine Datensammlung welche auch regelmässig in Beiträgen ausgewertet wird. Dies wird in englischer Sprache geschehen. Wir sind gespannt. Wer die Sicherheit und Risiko Buchreihe von Pit Schubert aus dem Rother Bergverlag kennt, weiss wie wertvoll Input's sein können. Und sei es nur, um uns immer wieder zu ermahnen, alles zu unternehmen um unseren geliebten Bergsport sicher auszuüben.

Wie immer wünsche ich euch unfallfreie Kletter – und Bergtouren!

(Photo: rebolting.ch Gelmerflue, Grimsel, Berner Oberland, Schweiz)

Triglav - Höchster Berg Sloweniens

Im Frühjahr war die Gewissheit, dieses Jahr wird auch ein Schwieriges. Lockdown und meine Schulter zwingen oft sich still zu halten und vom Klettern abstinent zu leben. Anfang Juli kam eine lang herbeigesehnte Reise nach Slowenien wie gelegen. Einen der schönsten Berge Europas zu besteigen.
Der Triglav, mit 2864 m.ü.M. höchster Punkt Sloweniens, zählt nicht nur zu den schönsten Bergen Europas, er brilliert mit wundervollen Zustiegen und perfekt eingerichteten und bewarteten zahlreichen Hütten. Für diese anspruchsvolle Bergtour, Klettern bis 2.Schwierigkeitsgrad gesichert durch Drahtseile oder Eisenstifte oder ungesichert, Klettersteigskala K1/K2, Wandertourenskala T5-T6 begleitete mich Florian. Wir entschieden uns für den längsten Weg zum Gipfel, aus dem malerischen Bohinj Seegebiet. So stiegen wir von Stara Fuzina (Sammeltaxi ab Bahnhof Bohinjska Bistrica) durch die Mostnica Schlucht, Voje Tal bis zur Vodnikov Hütte auf und übernachteten dort. Hier wiederfuhr uns etwas noch nie dagewesenes. Da wir nun nicht direkt auf den Gipfel steigen sondern den wirklich einmalig schönen Weg via Sedlo Dolicu, Dolicu Hütte und den Südgrat nehmen, wollten wir zeitig los und fragten für ein kleines Frühstück um 05h. Die Antwort war sehr verwirrend es gehe frühstens um 07h?!? Der Hüttenwart öffne die Türe erst um 07h. Das heisst wir wurden über Nacht eingesperrt. So blieb uns nichts anderes übrig als bereits um 06:30 am Zmorgen zu drängeln und flohen sozusagen schnellen Schrittes um 07h aus unserem nächtlichen Gefängnis.

Der Südgrat ist ein wenig schwieriger und ausgesetzter und verlangt ungesichertes klettern zwischen den gesicherten Abschnitten. Dafür ist die Kletterei vorzüglich und der Gipfel erreicht man urplötzlich beinahe ohne Anstrengung. Zirka 4h30' reine Gehzeit ab der Vodnikov Hütte. Der Abstieg wählten wir via Normalweg und den Prager Klettersteig ins Vrata Tal bis zur Aljazev Hütte. Dieser Weg ist wirklich heftig, und geht gehörig in die Knie. Man vernichtet innerhalb kurzer Zeit 1700 Höhenmeter. Der Aufstieg ist ebenso sehr anstrengend jedoch mit einer unglaublichen Szenerie. Man denkt kaum dass es durch diese Flanke einen gangbaren Weg gibt, welcher nur an drei Stellen perfekt mit Drahtseilen und Leitern gesichert ist. Alternativ kann der Abstieg ins Krmatal in betracht ziehen. Dies wird vor allem von den Einheimischen empfohlen, der Anstieg ist von dort her auch der leichteste, da der Weg behutsam ansteigt.

Fazit: Eine Bergtour von aussergewöhnlicher Schönheit, ein Gipfel erster Güte und zudem einer der Gipfel der European Seven Summits.

Hier einige Impressionen der Tour auf den Triglav.

Perfect reachable by NighttrainLovely Mostnica gorgeIn the Voje valleyFirst view of the TriglavOur route via Dolicu -South ridgeBeautiful landscape all the day longView to the steep ascent from TrentaBeatiful ascent from Dolicu on a perfect pathTriglavFlorianView back to the first short section of via ferrataGuido on the topView down from the est ridge (Common route)Perfect protectedSnow fields on the north side, way to Aljazev domIMG_20200706_1436373It's a long and steep way downSteep way upPictureIMG_20200706_1933515IMG_20200706_1934079

Maira Bachflue SE-Wand Kiental

Da mir das Berner Oberland sehr am Herzen liegt und noch mehr die Region um das Kiental, wo ich in meiner Kindheit sehr viel Zeit in den Ferien verbracht habe. Das letzte Jahr geteilte Topo der Route Maira an der Bachflue sah vielversprechend aus und war für dieses Jahr ein anvisiertes Ziel. Der kurze Zustieg und die Abseilpiste waren ideal um auch an einem gewittterigen Sommertag die Tour anzugehen. Das Topo versprach knackige Kletterei durchgehend im unteren siebten Franzosengrad in einer stillen Ecke. Gerade das richtige für den Sommerformtest von mir(Guido) und Jan. Um Aspiranten die Route schmackhaft zu machen unser nachfolgende Bericht.

Der Zustieg ist wirklich sehr kurz und die Wand sieht einladend aus. Frohen Mutes gehen wir die Maira an und unsere Blicke wurden stutzig beim Anblick der ersten Länge. Unschöner brüchiger Fels, und so tat das Fixseil seine Dienste. Doch die zweite Länge entschädigte bereits. Powernde technische Kletterei 6c+!, hier ist die Bewertung eher knapp. Dran bleiben!! muss man sich einige male sagen. Schieben, spitz stehen, krallen, schieben, spitz stehen, weiter und kein Ruhepunkt in Sicht nach 12 Metern erst eine gute Stehgelegenheit. SO macht die Route Spass! Doch nach der Knallerstelle in der dritten Länge, welche überraschend schnell gelang, dann wieder ein unschönes Band, welches den Klettergenuss jäh schmälert. Der Aufstieg in der Verschneidung auf die Kerze ist wieder genüsslich. Von da geht es in kleinsplitrigem Fels in einem S mit einem diffizilen Quergang durch die erste steile Wandpassage. Die 7a+ ist hier kurz jedoch brachial. Der Ausstieg zum Stand, da fliegen dann definitiv die Kletterherzen! Leider wieder nicht für lange. In der nächsten Länge gab es Spuren von Übungsabbruch. Auch wir begnügten uns auf Grund des herannahenden Gewitters und dem Gesamteindruck der Route welcher doch eher im unteren Sterne Bereich zu liegen kommt.

Es ist anzumerken dass die Route mit einem Brecheisen geputzt werden müsste und den Gesamteindruck zu verbessern. Somit könnten viele brösmelige und Grasband- Passagen verbessert werden ohne ständiger Gefahr ungewollt aus der Route zu kippen. Die Route ist sehr gut abgesichert. Hat jedoch sehr wenige Wiederholungen. Schade die Wand ist eindrücklich und die Lage sehr idyllisch, jedoch eher für Abenteuerkletterer im gehobenen Grad.

Beim Abseilen beäugten wir das Projekt von Ralf Weber, die Linie zieht durch besseren Fels ist jedoch mit 7c ordentlich schwieriger. Das Topo sowie genaue Details zur Route gibt es auf filidor.ch

Mal schauen ob ich in diesem Jahr noch ein weiteres Projekt im Kiental begehen kann. Info's folgen!

Schwarzmönch update Juli 2018

Schwarzmönch update Juni 2018. Die Vorgeschichte zu diesem strengen Wochenende war beinahe so ereignisreich wie das Klettern der beiden letzten Tage, und zeigt, dass nach 7 Seillängen in der Hauptwand der Aufwand bereits mächtig ist weiterzubohren.
Nach dem ich im Sommer 2017 mit Köbi das Biwak ausgebaut habe und er sich beim Sturz beim Zustieg zum Biwak den Fuss arg verstaucht hatte war eine Helikopterevakuation nötig. So genoss ich und er den doch ungewohnten Abstieg. Auch der zweite Anlauf im 2017 verlief miserabel, ausser schlechtem Wetter und schlechter Moral und geschundene Knochen eröffneten wir keinen Meter. Ich dachte bereits, dass nach den missratenen Vorarbeiten (Biwakausbau und Materialtransporte) der Teufel über den Mönchsbüffel geritten ist.
Doch nun zum eigentlichen Wochenende vom 30.Juni/01.Juli 2018. Das Wetter war auf unserer Seite und mit Jan hatte ich einen starken Partner mit von der Partie. Er stieg vor und ich konnte mit ideal gepacktem Haulbag an den Steigklemmen nachsteigen. Nach 7 Seillängen erreichten wir den obersten Punkt wo wir schnurstracks den Bohrhammer ansetzten und es weiter ging. Die Kletterei ist nun bombastisch in sehr schönem Fels. Die unteren Längen verlangen definitiv bereits einiges an Engagement. Stotzig und anstrengend ging es nicht schnell genug vorwärts. Die Hitze, die Anstrengung rafften mich innerhalb von 2 Stunden bohren nieder. Das Gelände wurde immer schwerer. Es war ein Tropfen auf den heissen Stein mit nur einer halben Seillänge entschied ich mich abzuseilen. Der Mut war nicht das Problem, hatte ich beinahe zu viel Mut und riskierte an zwei Stellen den Abflug mit Bohrmaschine. Der kleine Schlaghaken für die Zwischensicherung um den Bohrhammer hochzuziehenden steckte doch sehr leicht, und unten konnte ich den Cliff knapp in Position halten. Jan meinte ich sei ein Wilder. Ich musste Lachen und dachte nach, wie diese Wand zu bezwingen sei.
Aber mit dem heutigen Tag besteht Gewissheit dass die Utopie nicht standhält und nun tatsächlich ein Weg einsehbar war. Seit diesem Moment hat sich die Welt am Schwarzmönch drastisch verändert. Die Türe zum Gipfel ist nach all den Jahren des Zögerns, der Ungewissheit aufgestossen. Und wie! Päng! oder besser ratterknatter! Bis bald! Verdammt beginne ich den Schwarzmönch wieder zu lieben!!!

Hier die Fotoschnapsschüsse:

Dessert in the bivyThe bivy, each visit comfort improvementGoodies!Morning c'mon guys!BoltsThe view!Guido on machineOh my god! This dude is crazy!View down to the Lauterbrunnen valleyClimbing high aboveYes, it is not yet finished!

Oldschool am Gross Turm - Gastlosen Nord

Nach langen schweren Minuten des innehalten kam uns folgender Gedanken.
Wenn auch wir (Guido & Jan) noch so angeschlagen und verletzungsbedingt seit mehreren Wochen nicht mehr trainieren können es muss jetzt einfach was gehen. Wer arbeiten kann, kann auch klettern gehen. Umgekehrt ist dies nicht immer der Fall))
Da die verschiedenen Verletzungen nicht vom Klettern sind sollte die Belastung schon gehen. Das wir dann mit der La 1ère à Emile Sonney einen Oldschool Klassiker im soliden 7. Franzosengrad wählten war die Folge einer aufgestauten Kletterabstinenz. Wenn schon klettern dann luftig, stotzig und schwer! Die Route am Gross Turm in den Gastlosen Nord eignet sich hervorragend als Eintages -Sommerziel. Man klettert angenehm am Schatten, zudem offenbart das Risssystem Kühlung aus dem Berginnern.
Die Route beginnt plaisirmässig mit 6a und sehr guter Absicherung, wechselt jedoch abrupt mit jeder Seillänge. So geht die 6c schon kräftemässig ordentlich zur Sache. Die Bohrhaken sind zahlreich bei Abständen von 3-4 Metern. Bei der 7a ist dann die Kühnheit der Linie nicht zu übertreffen und unsere Schmerzen waren wie weggeblasen. Die 50 Meter Seillänge verlangt vollen Einsatz und ist sehr ausdauernd. Rastpositionen sind nach den ersten 10m keine mehr anzutreffen, die Linie gut zu lesen jedoch bewegungstechnisch und psychisch nicht ohne. 5 Meter ob dem Haken sollte immer noch solide im 6b+ Schwierigkeitsgrad vorgestiegen werden ohne schmerzhafte Stürze in Kauf zu nehmen.
Die nachfolgende 6a+ Länge verlangt den Einsatz von kleinen Friends oder Keilen. Die Bewertung ist nicht geschenkt!

Das Klettern einer solchen Route ist einfach unbeschreiblich, nach so viel Entzug. Obwohl es für Jan ein wenig zu streng war, diesen wirklich zu empfehlenden Klassiker wird auch er nicht so schnell vergessen und dies im positiven Sinn. Und auch für mich war diese Route eine der besten in den Gastlosen! Die Risse, wechseln mit sehr schöner Kanten und Wandkletterei ab. Das Abseilen geht rassig ab dem 5. Stand in dreimal abseilen.

Ich hoffe das Training kann schon bald wieder aufgenommen werden. Wir sind bereit für noch grössere Abenteuer!

Dent de SavignyView back towards BulleJan are you ready?Finishing a 6c crack from a splendide beauty!The 7a pitch from the belayGreat succes!Steep wall with some extreme routesView back to pitch 5, 6a!RüdigenspitzGross Turm

Sonntagsausflug aufs Stockhorn 2190m

Kurz vor Weihnachten nutzten Simon und ich (Roman) den freien Sonntag und das schöne Wetter und fuhren nach Erlenbach im Simmental. Hier nahmen wir die Luftseilbahn zum Stockhorn hinauf. Von der Bergstation ging es dem zugeschneiten Wanderweg entlang hinunter, bis zum Wandfuss der kleinen Nordwand des Stockhorns.
Die Pickel und Steigeisen waren bald montiert und so kletterten wir los. Das Gelände ist zwar keineswegs schwer, doch um sich Anfangs Winter wieder ein bisschen an die Pickel zu gewöhnen ist es optimal. So erreichten wir auch schon bald den Gipfel, wo wir nicht nur die Sonne sondern auch das schöne Panorama genossen.
Da der Tag noch jung war entschlossen wir uns, gleich nochmals abzusteigen und noch den Westgrat zu machen. Dieser entpuppte sich als ebenso schön, doch so einfach, dass wir das Seil gar nicht mehr hervorholten. Umso weniger Verständnis hatten wir folglich für die endlos vielen Bohrhaken auf diesen kurzen Grat. Auf dem Gipfel angekommen, nahmen wir die nächste Bahn und machten uns gemütlich auf den Heimweg.

Stockhorn NordwandStockhorn NordwandAussicht auf den ThunerseeStockhorn NordwandSimon am WestgratSimon am Westgrat

Schwarzmönch update 2014

Es war wieder soweit! Schwarzmönch!
Nach Vorarbeiten im Oktober 2013 zeigt sich der Altweibersommer von seiner schönsten Seite. So waren die Rücksäcke und die Büchse (Originalkommentar vom Postautochauffeur) schnell gepackt, doch oh weh, sie sind zu schwer!! An ein Klettern mit solch Säcken ist nicht zu denken. So wird die Variante zum Biwak hochzulaufen ins Auge gefasst. Und welch Überraschung, das gut markierte Weglein, obwohl steil, windet sich elegant und schön abwechslungsreich in die Höhe und wir (Guido und Angelo) erreichen das Biwak in 3h. Das Biwak wurde nun bequemer gestaltet, mehr Fläche zum Sitzen und Schlafen sowie das 60l Fass, sogenannte Büchse, deponiert. Das Klettern am Sonntag verlief dann katastrophal! Wir waren so verdammt langsam, zu schwerer Haulbag zum Nachziehen. Der Haulbag liessen wir dann nach drei Stunden „Wrestling with a pig!“ am Stand der 9. Seillänge zurück und entschieden uns nur noch Hakenmaterial beim Umkehrpunkt bei Seillänge 14 zu deponieren. Von nun an ging es flott voran hochklettern und gleich wieder abseilen, so dass, obwohl kaputt und fluchend keinen Zentimeter weiter neu eröffnet zu haben, wir das Biwak auch wieder verliessen um selbentags via Abseilen über den Vorbau ins Tal zurückkehrten.

Um 21:00 waren wir mit Schürfungen und Blasen an Händen, Armen und Füssen an der Schilthornbahnstation und gossen gleich ein Halbeli Weisswein rein um den Ärger unserer Fehlplanung zu vergessen. Lange Leidensgeschichte, kurzer Sinn. Als mehr als vor 10 Jahren das Projekt Schwarzmönch angefangen wurde,wächst die Utopie eines Husarenstückes bei jedem neuen Anlauf. Ja es sind nur 5 schwere Längen, dann geht es flott bis auf den Mönchsbüffel und dann ist es nicht mehr weit. Jaja, wer sagt so was! Vielleicht wird es unmöglich das Ding zu überwinden, vielleicht sind es nicht 5 Längen oder 8, vielleicht wird der Fels sehr schlecht! Das Projekt im Traum bereits bezwungen, in Realität ein Debakel. Die Utopie weicht der Realität nicht! Auch wenn nun vieles vorbereitet ist, es braucht ruhig Blut, viel Geduld, gutes Wetter, Megamotivation zum Leiden und ein perfektes Packmass!
Die Schwarzmönch Geschichte ist wieder um einige legendäre Anekdoten reicher geworden.
Bis oben ist es noch weit!

Schwarzmönch, StechelbergSchwarzmönch, StechelbergSchwarzmönch, StechelbergSchwarzmönch, StechelbergSchwarzmönch, StechelbergSchwarzmönch, StechelbergSchwarzmönch, StechelbergSchwarzmönch, StechelbergSchwarzmönch, StechelbergSchwarzmönch, StechelbergSchwarzmönch, StechelbergSchwarzmönch, Stechelberg

Ruchen Nordwand 07.09.14

Diese mächtige, riesige Urner Nordwand lässt niemanden kalt. Mit dem jungen und bergtrainierten Matt wage ich das Abenteuer, in diese dunkle Felswand einzusteigen.
Nach einer ruhigen Nacht im Zelt starten wir noch im Dunkeln. Dem Wetter kann man nicht trauen. Gestern erlebten wir, wie sich die Ruchenwand in ein Wasserfall-Inferno verwandelt hat. Beim Einstieg treffen wir auf 2 Haken. Das sind aber die einzigen auf den nächsten 1500 Höhenmetern! Trotz Nordwand ist der Felsen im unteren Teil recht griffig und sicher. Man braucht ein wenig Glück und den Riecher für die Route. Teilweise sieht man leichte Wegspuren oder trifft auch auf Steinmännchen. Die Kletterei ist im 2. Grad und eigentlich nur sehr schlecht abzusichern. Mitten in der Wand ein 6 Meter Wasserfall! Der berühmte Forellensprung. So etwas von eindrücklich. Auch die Sicht in die Tiefe ist recht wild, aber nicht beängstigend. Fantastische Kletterei in dieser wilden alpinen Wand. Wir sind absolut begeistert!! Die anfängliche Anspannung legt sich und wir kommen zügig und sicher voran. Bei der Querung des oberen Schneefeldes wird es wieder ernster. Der Schnee ist sehr weich. Auch die Felsqualität nimmt rapid ab und ist brüchig. Im steilen Ausstiegsschneefeld finden wir aber nochmals 2. Haken am seitlichen Begerenzungsfelsen.
Was für ein Gefühl, nach 5 Stunden Kletterei endlich die Sonnenbrille aufsetzen zu können. Der Schlussaufstieg über den kleinen Gletscher und den Ruchengipfel ist einfach. Wir bleiben nicht lange oben. Die Wolken packen uns ein. und es warten noch 1700 Höhenmeter Abstieg. Diese Abfahrt durch den steile Ruchchälen ist ein anstrengender, langweiliger Waggel.

1735 m Aufstieg, 9 Stunden unterwegs, 4 Bohrhaken
Schwierigkeit: 1 + 2 Grad Kletterei bei guten Verhältnissen und guter Routenwahl!
sicheres seilfreies Klettern absolutes Muss
Material: 30 Meter Seil für Schneefelder + Gletscher
Eisgerät +Eisschrauben

Text: Fred, www.ruettisurf.ch

Ruchen NordwandRuchen NordwandRuchen NordwandRuchen NordwandRuchen NordwandRuchen NordwandRuchen NordwandRuchen NordwandRuchen NordwandRuchen NordwandRuchen Nordwand, AbstiegRuchen Nordwand, auf dem GipfelRuchen Nordwand, nach der Nordwand jetzt noch auf den Gipfel (45min)Ruchen Nordwand (das letzte Schneefeld)Ruchen NordwandRuchen NordwandRuchen NordwandRuchen NordwandRuchen NordwandRuchen NordwandRuchen NordwandRuchen NordwandRuchen NordwandRuchen Nordwand

Wochenende im Furkagebiet (Hannibal und Grosses Bielenhorn)

Das Wetter war auch vorletztes Wochenende (30./31. August) wieder wechselhaft. Wir (Roman und ich) entschieden uns aber dennoch in das Furkagebiet zu reisen und dort den prächtigen Furka Granit zu erklettern. Gegen zwei Uhr erreichten wir das Hotel Furkablick und liefen in Richtung Sidelenhütte. Da es schon relativ spät war, entschieden wir uns vor dem Znacht in der Sidelenhütte noch für eine Tour am Hannibal. Somit erreichten wir gegen 18:00 Uhr die Hütte zufrieden und mit einem ersten "Gipfel" in der Tasche. In der Hütte, in welcher momentan Angela (Frau von Matt) arbeitet, gab es zum Znacht eine fabelhaft gute Lasagne;). Weil am nächsten Tag das Wetter noch unsicherer war und es gemäss Meteo am ca. 14:00 Uhr zu regnen beginnen soll, starteten wir am kommenden Morgen zur Unteren Bielenlücke und stiegen gegen 08:00 Uhr in den SE-Grat des Grossen Bielenhorns ein. Mit dem Ziel alles "clean" zu klettern, war dieser Grat wirklich interessant und Felstechnisch ein super Erlebnis. Der Anstieg war gut auffindbar und die Abseilstellen perfekt eingerichtet.

Gross BielenhornGross BielenhornGross BielenhornGross BielenhornKlettern am Hannibal, FurkaKlettern am Hannibal, FurkaKlettern am Hannibal, FurkaKlettern am Hannibal, FurkaKlettern am Hannibal, FurkaKlettern am Hannibal, FurkaDer GalenstockKleines und grosse Furkahorn