Sportklettern

Routenbohren in Balsthal Chluser Roggen

Bei so heissen Temperaturen wird es schwierig sich am Fels aufzuhalten. Darum hier einige Gedanken und Eindrücke vom Routenbohren. Ich (Guido) bohre nun seit zwanzig Jahren neue Routen, will heissen gleich 4 Jahre nach dem ich begann zu klettern wuchs das verlangen selber Linien als erster zu beklettern. Die ersten Routen waren mehr eine Spielwiese und es war im Nachhinein auch richtig diese nicht zu veröffentlichen. Weiter Zustieg, einzelne Routen an weit auseinander liegenden Pfeilern. Ab dem Millennium richtete ich dann erste Mehrseillängenrouten von unten ein. Da erlebte ich die ersten richtigen Adrenalinschübe beim Klettern! Im Klettergarten geht es da schon bedeutend gemütlicher zu und her, da Routen meist von oben eingebohrt werden und es ist so vor allem eine Fleissarbeit. Routenbohren heisst immer Abenteuer. So habe ich nun viele Baustellen. Eine davon ist eine wo ich immer wieder zurückkehre da nicht weit von zuhause. Balsthal/Klus mit den gewaltigen Felsfluchten des Chluser Roggen. Wer träumt nicht elegant durch die schier endlosen Pfeilerfluchten eine neue freikletterbare Linie zu bohren. Einmal ist es mir bereits gelungen, am Ostpfeiler mit der Oceanblue 7a+. Es bleiben noch der Direkte Pfeiler und der ach so brüchige Westpfeiler. Für weitere Abenteuer ist gesorgt!
Immer noch ein kleines Abenteuer, aber bedeutend gemütlicher, die A côté 6a+ /4 kurze SL. Sie wurde mit einem zusätzlichen Bohrhaken ausgerüstet. Somit ist die exponierte Stelle in der 4c nun bedeutend entschärft. Des Weiteren wurden alle störenden Büsche und Grasbüschel entfernt oder zurückgeschnitten und loses Gestein entfernt.
Somit gibt es immer wieder neue Routen zu entdecken! Ob nah oder fern!

Alter Klettergarten Platte, Balsthal, Deutschweizer Jura, SwitzerlandSecret spot, Deutschweizer Jura, SwitzerlandCes soirées-là 7a+, Höchstböde, Kiental, Berner Oberland, SwitzerlandSchwarzmönch Projekt, Stechelberg, Berner Oberland, Switzerland

Stockenflue - Oldschool

Die allerwenigsten Kletterer kennen die Stockenflue, wie es der Name verrät ist das Thuner Wahrzeichen das Stockhorn nicht weit entfernt. So lässt sich auch in meinem Umfeld niemanden ausmachen der eine erfolgreiche Begehung aufweisen kann.
So bin ich Guido (zum ersten Mal seit 2-jähriger Verletzungspause wieder in einer MSL) mit Sämi unterwegs. Da ich die Grosse Strasse schon immer im Auge hatte viel die Wahl auf diese 3 Seillängen Tour. Ausgerüstet mit dem ersten Filidor Extrem und dem neuen SAC Sportkletterführer Berner Oberland sind wir gut gerüstet und finden den Einstig von unten auf Anhieb. Der Zustieg ist komplett weglos. Gutes Schuhwerk unabdingbar! Die Kletterei, ähnelt sehr den Gastlosen, glatter Fels, mit guten Griffen wo einige Graspolster spriessen. Die zweite Länge, eine lange 6c geht schon ordentlich zur Sache und ungewohnt tanze ich auf den glatten Platten umher. Sämi dagegen meistert auch die dritte Seillänge 6b+ souverän, jedoch war es ein wilder Ritt! Der Riss ist sehr reibungsarm und grifflos und war noch Nass. Die Absicherung ist eigentlich sehr gut, die Route wurde saniert und leider stecken die Bolts zu weit von der Kletterlinie entfernt, daher gilt es in der 3.Länge die Absicherung nur als gut zu betiteln.

Alles in allem eine sehr lohnende Route, welche jedoch den 6c Grad obligatorisch verlangt. Die Kletterei ist Oldschool und so wähnen wir uns wirklich auch ein wenig als Pioniere. Denn oft wird die Stockenflue nicht besucht, eigentlich Schade!

Viel Lesenswertes zu den vielen Geschichten rund um dieses schöne, einsame Stück Fels gibt es auf der Internetseite von Christoph Mauerhofer: https://www.toprope.ch/fun/klettertopos-und-berichte/stockenflue

Ich meinerseits weiss jetzt wieder wo der Hammer hängt. Aber wir werden diese Tour ganz bestimmt als ganz besonderen Murks in Erinnerung behalten.

Drum bis zu den nächsten Oldschool-Hämmern! Jetzt geht's los!

Stockenflue, Simmental-Saanenland, SwitzerlandStockenflue, Simmental-Saanenland, SwitzerlandStockenflue, Simmental-Saanenland, SwitzerlandStockenflue, Simmental-Saanenland, Switzerland ¦ View of the Grossi StrassGrossi Strass 6c,Stockenflue, Simmental-Saanenland, Switzerland ¦ First pitch nice slab 5cGrossi Strass 6c, Stockenflue, Simmental-Saanenland, Switzerland ¦ Serious oldschool route! Heavy crack climbing!Grossi Strass 6c, Stockenflue, Simmental-Saanenland, Switzerland¦ View from the topStockenflue, Simmental-Saanenland, Switzerland¦ View to the Stockhorn

Draussen klettern - Tipps und Tricks

Ach ja, es ist Frühling und es regnet. Doch nächste Woche kommt nun endlich das lang ersehnte Hoch. Wenn wir dann draussen sind klappt es nicht immer die anvisierte Tour zu klettern. Untenstehend einige Gedanken und Tipps um geich durchzustarten.

Draussen klettern ist anders als in der Kletterhalle.
Man bedenke die Routen draussen sind meist bis 30 Meter hoch, in Mehrseillängenrouten bis 60 Meter. Das heisst das erste was wir benötigen ist eine gute Kraftausdauer. Doch diese geht einem schnell aus wenn wir folgende oft beobachteten Fehler begehen.

Express einhängen. Oft werden die Expressen in einer zu überstreckten Kletterposition eingehängt. Weiter werden oft zu kurze Expresschlingen verwendet, was den Seilzug begünstigt. Das Seil einhängen wird je höher wir steigen umso beschwerlicher. Bei einem Onsight ist dieser Faktor sehr entscheidend! Darum lange Expressen gehören draussen, wie kurze, zum Pflichtprogramm. In offensichtlich einfachem Gelände können Haken auch bis auf Kniehöhe angeklettert werden, und erst dann eingehängt werden, dabei hängt man zuerst das Seil ein, dannach das Express in den Haken.

Routenstudium vom Boden. Wo ergeben sich Ruhestellen, No Hand rests, gutgriffige Passage, logische Kletterlinie (Riss, Verschneidung, Blockgelände), wo befinden sich die schwierigen Stellen. Klettertempo und Atmung anpassen. Merke in leichten Stellen nicht einfach durchmaschieren sondern sich erholen, Arme schütteln!!! Wo schwer durchstromen und Griffe nicht immer gleich belasten und Füsse tendenziell höher ansetzen (Hebelwirkung)!

Im Klettergarten über dem Onsight-Niveau Klettern! Das ist der Schlüssel zum Erfolg. Man gewöhnt sich an die zu schweren Züge und hat somit ein effizientes Training. Wer sich im 6a+ wohlfühlt darf getrost eine 6c einhängen und diese Sequenz für Sequenz lernen.
Der Erfolg wird nicht lange auf sich warten lassen.

Tritte sind da zum gebrauchen. Diese konsequent benutzen und Körpergewicht wegnehmen. Zu oft wird zu stark mit den Armen geklettert. Auch wird manchmal zu genau auf der Falllinie der Hakenreihe geklettert, manchmal ist die Lösung jedoch diese rund zu umklettern.

Somit darf der Frühling nun endlich kommen! Let's rock! Viel Erfolg und Spass!

Klettern im Wallis - Neue Klettergebiete

Das wirklich miese Frühlingswetter lässt viele von uns einfach verreisen. Die Reiseziele sind oft im Süden zu finden. Im Tessin oder für die langen Feiertagswochenenden auch in Italien oder Südfrankreich.
Das Wallis erfährt dabei sehr wenig Beachtung, obwohl das Wetter oft auch sehr akzeptabel ist. Es gab wieder in den letzten beiden Jahren einige neue Klettergebiete welche so die Auswahl noch bereichernder machen.

Auf der Seite http://escaladesvalaisannes.blogspot.ch/ sind viele Klettergebiete vorgestellt. Topos sind gratis auf der Seite vorhanden!

Ein besonderes neues Gebiet wollen wir euch nicht vorenthalten. Es handelt sich um Panoramix, einem Sommerklettergebiet mit schönem Ausblick hoch über Crans-Montana. Ein 80 Meter Seil ist unbedingt notwendig für die 40m hohen Ausdauerhämmer. Es gibt 20 Routen von 6b bis 8b. Siehe Fotos.

Zur Erinnerung: Das Klettergebiet Valère in Sion ist wie jedes Jahr vom 15.April bis 30. Juni für das Klettern gesperrt.

Schöne Klettertage im Wallis!! Auf schöne neue Routen!

1_Panoramix, Bas-Valais, Crans-Montana, Switzerland ¦ Photo by Samuel ClavienView towards Plaine Morte, Panoramix, Bas-Valais, Crans-Montana, Switzerland ¦ Photo by Samuel ClavienView to the envirement Panoramix, Bas-Valais, Crans-Montana, Switzerland ¦ Photo by Samuel ClavienSteep climbing Panoramix, Bas-Valais, Crans-Montana, Switzerland ¦ Photo by Samuel ClavienBeau endroit! Panoramix, Bas-Valais, Crans-Montana, Switzerland ¦ Photo by Samuel Clavien80m rope requested! Panoramix, Bas-Valais, Crans-Montana, Switzerland ¦ Photo by Samuel ClavienPanoramix, Bas-Valais, Crans-Montana, Switzerland ¦ Photo by Samuel Clavien

Bözingerplatte Biel/Bienne

Die Bözingerplatte in Biel ist wohl bereits auch euch bei der Durchfahrt auf der Autobahn Richtung St-Imier, Moutier aufgefallen. Jedoch auch gleich als unlohnend taxiert wieder in Vergessenheit geraten. Gewiss, als eigenständiges Tagesziel ist es wirklich weit her geholt. Aber nun wollte ich (Guido) es wirklich genau wissen. Was gibt es zu klettern? Mit Köbi rückten wir an einem lauen Herbstabend aus. Die Sache versprach ein Reinfall zu werden.
Der Helm wurde auch eingepackt, somit rechneten wir mit dem schlimmsten. Und oha! Der Helm blieb als Aperoplättli im Rucksack.

Vom Band, nach einem kurzen Zustiegsboulder, ganz links gab es eine für den dritten Grad wirklich tolle Linie mit 3 kurzen Seillängen. 1.SL: Fester Fels, sehr gut ausgeprägte Kante, danach linkshaltend nach 20m an einem schwachen Riss zum Stand an einem Baum. 1 Zwischensicherung (Schlinge) 25m 3b / 2.SL: Steile Wand danach sofort flach und leicht zu Stand an alten Bohrhaken. Zwischensicherungen vorhanden 15m 3a / 3.SL: der schwach ausgeprägten Kante hoch, immer wie brüchiger aber nie gefährlich und sehr leicht. Oben Gehgemüse. Ohne Zwischensicherungen 20m 2-3. Stand an Baum im Wald. Abseilen mit Doppelseil bis zum Einstieg, oder mit Einfachseil hochsteigen und am rechten Plattenende zu Fuss absteigen.
Eine zweite Tour kann mitten durch die Platte geklettert werden, jedoch ist hier der Fels zum Teil brüchig, es muss sorgfältig gereinigt werden. Standplätze vorhanden jedoch nicht leicht zu finden da keine Zwischensicherungen vorhanden sind welche den Weg weisen.
Zwischen den beiden Routen ist es sicher möglich den höchsten Wandabschnitt zu durchklettern. Es steckt jedoch kein Material und abzusichern in der Platte ist beinahe unmöglich.

Die erstbeschriebene Tour ist wirklich einen kurzen After work Besuch wert, sofern wer schon alles in der Region geklettert hat und ein kleines Abenteur sucht. ACHTUNG! Die Einrichtung ist sehr rudimentär und veraltet. Man klettert beinahe Freesolo da nur bedingt Zwischensicherungen angebracht werden können. Der Fels ist nicht über alle Zweifel erhaben. Abenteuergelände! Für Kinder und Anfänger ungeeignet.

Topo Bözingerplatte Biel BienneAscent to the climbs ¦ Bözingerplatte, Biel, Deutschweizer Jura, SwitzerlandBözingerplatte, Biel, Deutschweizer Jura, SwitzerlandKöbi climbing the first pitch of the left route 3b ¦ Bözingerplatte, Biel, Deutschweizer Jura, SwitzerlandUrban view ¦ Bözingerplatte, Biel, Deutschweizer Jura, SwitzerlandThe slab with bolted belay otherwise no bolts! 3b ¦ Bözingerplatte, Biel, Deutschweizer Jura, Switzerland

Wenn der Klettergartenvater abtritt

In der Aargauerzeitung ist kürzlich ein Artikel erschienen über einen der eifrigsten Plaisirrouten Erschliesser im Solothurner Jura. Paul Hunziker. Mit seinen nun 82 Jahren tritt er die Aufgabe der Pflege seiner Klettergärten an den SAC Aarau ab, welcher sich künftig für den Unterhalt und Pflege der Klettergärten Roggenhauser Steinbruch und Eppenberg kümmern wird. Gerade Paul verstand es die Klettergärten sehr an den geforderten Standart der heutigen Plaisirgemeinde anzupassen. Nach seiner Pensionierung verbrachte er ungezählte Stunden an dem landschaftlich reizvollen Ort oberhalb Schönenwerd. Er war ein kreativer und zelebrierte sein Werk mit grosser Hingabe. Manchmal konnte man sich ein schmunzeln nicht verkneifen ob all dem Einfallsreichstum.
Nirgends in der Region Aarau-Olten gibt es eine solche Anzahl von sehr gut abgesicherten leichten Kletterrouten welche zudem so gut mit Wegen, Wegmarkierungen, Ruheplätzen und Spielmöglichkeiten ausgestattet wurden. Paul war sich keinen Aufwand zu schade und grub regelrecht die Routen aus dem Dreck. Heute sehen wir viele Klettergärten welchen im Jura eine erbärmliche Zukunft droht, wenn diese nicht gepflegt werden. Wobei die Bohrhaken meist das geringste Problem darstellen, da diese Dank rostfreiem Stahl lange Jahrzehnte sicher halten.

Wir sehen heute in vielen Klettergärten Erosionsprobleme, Pflanzenbewuchs oder Behinderungen nach Sturmschäden. Klettergärten sind Gärten in der freien Natur und müssen dementsprechend gepflegt werden. Was für Kletterer in den höheren Graden selbstverständlich ist der Route eine Säuberung zu geben vor dem Versuch oder Durchstieg, dies ist nötig da diese Routen meist Monate, ja Jahre nicht mehr wiederholt wurden, so begnügt man sich im Plaisirbereich mit wenig selber Hand anlegen.
Weiteres Problem ist, wenn bereits ein Bereich nicht mehr kletterwürdig aussieht, das die Klettergesellschaft bald einen grossen Bogen um den Klettergarten macht, da unlohnend. Weiter geschieht eine immer öfter akzentuierte Kanalisation der Kletterer zu Ungunsten von populären Klettergebieten mit ihren oft knappen Parkplatzresourcen und knappen Platzverhältnissen.
Ich hoffe jeder Kletterer beteiligt sich aktiv um den Erhalt auch kleiner Klettergärten. Eine Astschere oder eine Drahtbürste gehören ab und zu in jeden Garten. Wer saubere Routen und gepflegte Klettergärten fordert sollte auch Verständnis mitbringen das ohne Mithilfe die Herkulesarbeit nur ungenügend bewerkstelligen lässt. Dies ist auch im Sinne der Klettergartenväter unserer geliebten Klettergärten welche uns eine Trainingsbasis bieten für grosse Alpentouren.

Wer Fragen und Anregungen sowie Verbesserungsmöglichkeiten zu Klettergärten sieht, der kann sich jeweils direkt an den Erschliesser wenden. Wo dieser nicht bekannt ist wende man sich an die Locals oder den lokalen SAC oder an die lokale IG Klettern.

Cassiopeia - Hundstein-Bäuche Alpstein

Cassiopeia - ein bekanntes Sternbild am Sternenhimmel, jedoch auch die erste Freikletterlinie über die Hundsteinbäuche im Alpstein. Die 8. Seillängenroute mit Schwierigkeiten bis 7b wurde durch Fabio Lupo und Andy Trunz im 2013/2014 erschlossen und im 2015 erstbegangen. Die Route beginnt mit einer leicht überhängender 7a an einladendem, gelblichem Fels. Anschliessend kommt eine 7a, die unterschiedlicher nicht sein könnte. Die ersten Meter einfach, aber brüchig - die letzten 15 Meter jedoch sensationell! Ab jetzt klettert man bis zum Schluss in allerbestem Fels! Es folgt eine 50m 6c namens "Hochblüte" und darauf folgend zwei ebenfalls wunderschöne Seillängen in den Schwierigkeiten 6b+ und 6a+. Nun befindet man sich unterhalb des zweiten Hundsteinbauches und späht etwas erstaunt in das vor einem auftürmende Dach des zweiten Bauches. Nach der Seillänge "Schwarzes Loch" ist man mitten drin und kann sich auf eine luftige Schlüsselseillänge namens "Supernova" 7a+/7b freuen. Zum Schluss kommt noch eine 6a+ und ca. 150 Meter einfaches Gelände bis zum Gipfel. Vom Stand der Supernova kann man in 5. Mal direkt über die Route abseilen.

Wirklich eine sensationelle, aber anspruchsvolle Freiklettertour am Hundstein!

Das Topo ist unter kletterwelt.ch zum Downloaden verfügbar.

Material:

60m-Halbseil, kleines bis mittleres Keilset, Friends 0.5-1, 14 Expressen, davon 3 bis 5 verlängerbare

CassiopeiaHundstein-Bäuche Alpsteinbeim ZustiegHundstein-Bäuche AlpsteinRoman in "Urknall"Roman in "Urknall"Roman in "Urknall"Roman in "Hochblüte"Matthias in "Evolution"Matthias in "Evolution"Matthias in "Evolution"Matthias in "Evolution"Matthias in "Evolution"Matthias in "Evolution"Roman in "Hochblüte"Roman in "Hochblüte"Roman in "Hochblüte"Roman in "Hochblüte"Matthias in "Interstellar 1"Matthias in "Interstellar 2"Im schwarzen LochMatthias in der Seillänge "Schwarzes Loch"Matthias in der Seillänge "Schwarzes Loch"Matthias in der Seillänge "Schwarzes Loch"Matthias in der Seillänge "Schwarzes Loch"Matthias in der Seillänge "Schwarzes Loch"nach dem 2. HundsteinbauchRoman in der SuprnovaRoman in der SuprnovaRoman in der SuprnovaRoman in der SuprnovaIn der Seillänge SuprnovaIn 5. Mal kann man mit einem 60m Halbseilen über die Route abseilenIn 5. Mal kann man mit einem 60m Halbseilen über die Route abseilen

Stöck-Wiis-Sturz 7a+ im Alpsteingebirge

Griff in Anflug...babam... und Roman flog durch die frische Bergluft des Alpsteins. Ob er der Dohle eine Konkurrenz darstellt, ist jedoch fragwürdig. Die ersten Meter der Route "Stöck-Wiis-Sturz 7a+" hat es in sich. Der Start ist steil und etwas brüchig. Anschliessend führt die Seillänge über Risse und Verschneidungen zum ersten Stand. Nach einem diagonalen Quergang nach rechts wird die zweite Seillänge, ein 7a+, steiler und bietet interessante Wandkletterei mit super Bewegungen. Weiter gehts mit einer 6c, in welcher wir das erste Mal das mitgebrachte Gear gebrauchen konnten. Diese Seillänge war teilweise leicht feucht jedoch trotzdem kletterbar. Der dritte Stand befindet sich ausgesetzt direkt oberhalb einer Dachkante. Jetzt kommt nochmals steile und ausgesetzte Wandkletterei, die zum Ende der eindrücklichen Roslenfirst-Nordwand führt. Abgseilt wird mit einem 60m Doppelseil über die Route, wobei man den zweiten Stand auslässt (also vom dritten Stand direkt über die Dachkante zum ersten Stand abseilen). Diese Abseilaktion ist super luftig und eindrücklich:) Bei der "Stöck-Wiis-Sturz 7a+" handelt es sich definitiv eine anspruchsvolle, aber lohnende Klettertour von Fabio Lupo und Andy Trunz aus dem Jahr 2013.

Das Topo ist unter kletterwelt.ch zum Downloaden verfügbar.

Material:

60m-Halbseil, kleines Keilseit und Friends 0.5-1, 12 Expressen, davon 4 verlängerbare.

Luftiges AbseilenLuftiges Abseilenletzte Seillänge 6cLuftige Kletterei über 80m "Freiheit"Quergang der 3. SeillängeQuergang der 3. SeillängeQuergang der 3. SeillängeRoman in der 3. SeillängeMatthias kurz vor dem 1. StandMatthias kurz vor dem 1. StandMatthias kurz vor dem 1. StandMatthias in der 1. Seillänge

Pfingstklettern in Orpierre

Endlich ist es so weit, das lang ersehnte Pfingstwochenende steht vor der Tür. Am Freitagmorgen fuhren Adrian und ich (Angi) mit dem Opel-Bus Richtung Orpierre. Unser Fahrzeug war vollgepackt mit Klettermaterial. Die Wettervorhersage für das Pfingstwochenende verhiess für die Schweiz nichts als Regen. So erstaunt es kaum, dass wir auf unserer rund fünf stündigen Autofahrt von Bern nach Orpierre vom kalten Nass begleitet wurden. In Orpierre angekommen, warteten Roman und Matthias auf uns, die bereits eine einwöchige Kletterreise durch Frankreich geniessen konnten. Noch immer lag Feuchtigkeit in der Luft, gefolgt von schwachem Nieselregen. Doch dank einigen leicht überhängenden Felspartien, die das kleine Dörfchen Orpierre umgeben, konnten wir trotz den widrigen Wetterbedingungen erste Kletterversuche unternehmen. An diesem Tag kletterten wir also im Sektor Le Puy, der vor allem für fortgeschrittene Kletternde einige spektakuläre Klettertouren bietet. Die Kletterlinien zeichnen sich durch ihre Steilheit, Länge und Ausgesetztheit aus. Geklettert wird in diesem Sektor vorwiegend an Leisten.
Die restlichen drei Tage kletterten wir im Sektor Château. Dieser ist einer der berühmtesten in ganz Orpierre. Auch hier finden sich lange, steile und ausgesetzte Touren, die jedoch zum Teil etwas abgespeckt sind. Auch dieser Sektor ist mehrheitlich regensicher. Hier lohnt sich ein Kletterbesuch eher im Frühling oder Herbst, da es im Sommer für die knackigen Touren zu heiss ist. An einer der anspruchsvolleren Klettertouren (Heuresement il y a la bière 7c+) des Gebiets versuchten sich Roman, Adrian und Matthias. Obwohl sie von Versuch zu Versuch immer besser unterwegs waren, gelang ihnen bis zu Letzt der Durchstieg nicht.
Nach einem intensiven und erfolgreichen Kletterwochenende an den Felsen von Orpierre, machten wir uns am Montagabend wieder auf den Weg in die Schweiz.

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Ultimo Sogno an der Parete d`Osogna – das härteste Rissdach der Schweiz?

Bereits vor ein paar Jahren hatte ich Informationen über dieses Rissdach gefunden. Einige starke Kletterer hatten sich versucht und Luca Auguadri konnte die Route bis auf das Dach frei klettern. Die Route wurde 1979 von einer Gruppe Tessiner um G. Petazzi hakentechnisch erstbegangen. Die Route ist komplett trad bis auf Bohrhaken an den Ständen.
Anlässlich einer Wiederholung der Route Climbtheline seilten wir über das Dach ab und mir schienen die Jams, also die Klemmstellen für die Hände, nicht so schlecht zu sein. Die Schwierigkeit eines Risses hängt immer von seiner Breite ab. Drei Tage investierte ich im Dezember 2015 um die Bewegungen zu entschlüsseln. Mit Simu und Laddy fand ich geduldige Freunde die mit mir im gemütlichen Biwak am Wandfuss hausten.

Nach dem Winter in Patagonien musste ich erst wieder in Form kommen. Die Nachricht, dass ein Freund mit Sean Villanueva, einem Kletterprofi aus Belgien das Dach probierte, löste etwas Verärgerung in mir aus. Ich geniesse die Einsamkeit dort oben und ich hatte mir bewusst dieses Projekt ausgesucht, weil die lokalen Kletterer es bereits versucht und aufgegeben hatten. Nun plötzlich in Wettkampf mit einem Belgischen Kletterer zu stehen schien mir unangenehm. Natürlich wäre ich gerne der erste gewesen der es frei klettert – Scheiss Ego!

Eine intensive Partnersuche endete erfolgreich mit Bernde, einem Kumpel den ich in
Patagonien kennengelernt hatte. Bei schlechtem Wetter und schlechten Aussichten stiegen wir am 5.April ins Biwak. Die Wand war erstaunlich trocken und bereits am 6. April konnte ich das Dach völlig überraschend klettern. Vielleicht war der Erfolgsdruck ja auch hilfreich? Jedenfalls wollte ich jetzt unbedingt die Route zu Ende bringen. Bernde bekundete verständlicherweise Mühe, das Dach nachzusteigen. Nach einer Querganglänge folgt die Route einer langen Verschneidung bis zum Ausstieg. Ich kletterte die nächste Seillänge trotz Nässe Onsight. Wir hatten kein Topo dabei und ich erinnerte mich dass die letzten drei Seillängen relativ einfach sind. Und weil die Route ab dort extrem dreckig und verwachsen war, entschied ich dass die Route für mich dort endet. Im Nachhinein bin ich ein bisschen unzufrieden nicht bis zuoberst geklettert zu sein aber die letzten drei Seillängen haben für mich einfach keinen sportlichen Wert.

Die Schwierigkeiten der Seillängen: 7a, 7b+, 8a+, 6c, 7a+ (6b, 6c, 7a)

Silvan Schüpbach, Thun
www.slack-line.ch

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