Sportklettern

Mit viel Sonne in den Frühling!

An diesem sonnigen Wochenende hat wohl mancher Kletterbegeisterte seine Outdoor-Klettersaison eröffnet. Ob im Süden oder im Norden, die Temperaturen waren teilweise, wenn es nicht gerade zu stark windete, schon richtig frühlingshaft. Einige nützten diese Gelegenheit um ihre durchtrainierten und kräftigen, aber leider etwas bleichgewordenen Oberkörper in die brennende Sonne zu halten, damit diese für die Südfrankreich-Ferien auch den richtigen Farbton aufweisen.
Im ohnehin schon sonnenverwöhnten Tessin, hängte dieses Wochenende also wieder eine Schar von Kletternden an den weit über die Landesgrenzen hinaus bekannten Platten von Ponte Brolla.

Im Maggiatal gibt es noch weitere leichtgeneigte Felsen, die ebenso lohnend, aber definitv weniger bekannt sind. Der Sektor Placche di Torbeccio, der zu Fuss in ungefähr 10 min. ab Avegno erreicht werden kann, bietet über 15 Routen in den unteren Schwierigkeitsgraden mit bis zu vier Seillängen, die eine hervorragende Felsqualität aufweisen. Diese schönen Platten des Sektors Placche di Torbeccio und die grosse Wiese, die sich direkt unter den Felsen ausbreitet, ist ein lohnendes Ausflügsziel für die ganze Familie, inklusive Kinderwagen.

 

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Sobrio - Herbst 2008

Der Wetterfrosch sollte für dieses Wochenende im November sein Leiterchen hoch erklimmen und sogar noch einige Klimmzüge anhängen. Diese guten Wetterbedingungen verleiteten Gabriel und meine Wenigkeit (Angelo) den Kanton Tessin mit unseren Kletterkünsten unsicher zu machen.

Die Zugreise von Luzern nach Biasca konnten wir in unserem reservierten, äh, verstellten Viererabteil geniessen. In Biasca wurde alsbald ein rotes Bänkli in Beschlag genommen, da der nächste Bus nach Lavorgo erst in über einer Stunde fahren würde. Leider wurde der Chillfaktor durch einen gewissen Signore stark beeinträchtig. Zuerst wollte er eine Zigarette, dann zwei Franken und schliesslich noch Platz auf unserem Bänkli. Letzteres Gewährten wir ihm, da seine Versuche Englisch oder Deutsch zu sprechen einfach köstlich waren.

Es war schon Samstag, als wir endlich in Lavorgo ausstiegen. Doch ans Schlafen war noch bei weitem nicht zu denken. Die Suche nach einem geeigneten Platz für unsere Mätteli gestaltete sich als äusserst schwierig. Doch nachdem Gabriel fast Opfer eines von ihm ausgelösten Steinrutsches wurde entdeckten wir flaches Terrain. Nicht einmal die im Minutentakt herunterfallenden Kastanien konnten uns noch davon abhalten in unsere Schlafsäcke zu kriechen.

Morgens bemerkten wir mit Freude, dass wir allen Attentaten der Kastanienbäume entgangen waren. Nach Müsli und Orangensaft ging es mit dem Postauto in höhere Gegenden. Leider musste der Postautofahrer jedem Bergdörfchen einen Besuch abstatten. Doch irgendwann trafen wir doch noch in Sobrio ein. Während des etwa 30 minütigen Abstieges ins Klettergebiet frassen sich die Riemen unserer Rucksäcke gnadenlos ins Fleisch. Doch das Klettervolk geht halt für nur schon ein bisschen Fels durch die Hölle;)

Nach dem Ausbau des einheimischen Steinmännchens wärmten wir uns in Titti, eine schöne 5c, auf. An der nächsten Route, Pimper's Paradise 6b zeigte ich meine zweifelhaften Fähigkeiten als Risskletterer. Ich konnte mich wenigstens damit trösten, dass Bob Marley, auch mit einigen Joints intus in dieser sehr lohnenden und interessanten Route nicht besser ausgesehen hätte. Gabriel meinte nach seinem Durchstieg nur: „I've shoot the Sheriff". 
In der darauffolgenden Essenspause traf uns fast der Schlag: Zwei Fliegen waren gerade dabei ihre Eier in unsere Fleischpackungen zu legen. Mit einem unguten Gefühl im Magen, da wir nicht sicher waren, ob wir alle Eier entfernt hatten, projektierten wir die Route Trenchtown 7a. Nach zwei Versuchen gaben wir allerdings auf: Die Schlüsselstelle schien uns unkletterbar.

Schon war es Zeit fürs Kochen. Der mittelalterliche Benzinkocher von Gabriel fackelte uns beinahe die Haare ab, doch schliesslich funktionierte er doch noch. Zwischen der Suppe und den Teigwaren reichte es sogar noch für Fix 6a+.

Unser Nachtlager schlugen wir unter "Trenchtown" auf, was uns am nächsten Morgen allerdings gehörig ärgerte, da wir sie am letzten Tag nicht durchgestiegen hatten. Nachdem wir frierend unser Morgenessen zu uns nahmen tauchte zum Glück die Sonne auf. Motiviert und erwärmt statteten wir dem Sektror Fight Club einen Besuch ab. Dort kletterten wir uns erneut mit einem 5c, Spigolo, ein. Wobei die 6b, Patet Lao, mit einigen interessanten Moves viel empfehlenswerter ist, nur oben hat sie einige nasse Griffe, da immer etwas Wasser heruntertropft.

Vor dem Abmarsch kletterten wir noch in der Imperial Overytretch 6c. Den Rückweg erfolgte via Wanderweg ins Tal hinunter. Wer unsere Zeit von ca. 45 Minuten unterbietet darf sich gerne melden. Für allfällige Muskelkater übernehme ich allerdings keine Haftung.

Sobrio kann insgesamt als sehr lohnend bezeichnet werden. Das Gebiet ist selbst per öV gut erreichbar und die Routen vielseitig. Ein weiterer Pluspunkt von Sobrio ist, dass man hier auch im Herbst und an milden Wintertagen den Klettersport geniessen kann. Erwähnenswert ist ausserdem das ruhige Ambiente.

by Angelo

Gabriel on Spigolo 5cSwitzerland_Sobria_070824_11Angelo on Patet Lao 6bTake care!Just a classic...Angelo pulling hard on Imperial Overytretch 6cSwitzerland_Sobria_070824_2Angelo climbing Trenchtown 7aAngelo climbing Trenchtown 7aAngelo on Trenchtown 7aThe valley by nightWarm up in the morningSwitzerland_Sobria_070824_8Gabriel enjoing Spigolo 5c

Oldklassiker im Heidiland - Matlusch

Dieses Wochenende konnte man im Heidiland bei bestem und warmem Wetter klettern, während man sich in der Westschweiz und rund um Bern an die Pfoten fror. Der starke Föhn ist das Pendant zum Mistral in Südfrankreich und kann einem ziemlich deftig aus dem Gleichgewicht bringen. Nicht so die Routen am Matlusch, dem Ostschweizer Klettergartenklassiker schlechthin. In den Rissen und Verschneidungen geht es "gredi obsig" wie in einer Langlaufspur. Vom Felsband aus links oben, starten sehr schöne Wandklettereien, bei welchen man aber nicht so hoch rauschen kann. Listlibueben aus dem Bernbiet gehen jedoch auch hier ab wie die Rakete. Alle Routen wurden saniert und somit können die Keile und Friends zuhause gelassen werden. Das Matlusch ist ein beliebtes Kletterziel und ganzjährig einen Besuch wert.

Bild-013mat01Bild-036mat02The crag MatluschBild-042mat04Unknown climber on Pantoffel 7bRostiger Weg 6a+

Sportklettern an der Gempenflue

Am letzten Sonntagmorgen früh, mit einer Stunde mehr Erholung, reisten Lukas, Mathias und ich (Sämi) mit der S-Bahn von Basel nach Dornach-Arlesheim und weiter in einem überfüllten Postauto nach Gempen Post. Darauf folgte ein 10 Minuten Spaziergang durch den wunderschönen und farbigen Herbstwald der uns zu den ersten lohnenswerten Routen führte. Während dem Klettern an der südlich ausgerichteten Felswand genossen wir die wunderschöne Aussicht auf die Alpen und liessen uns durch die wärmenden Sonnenstrahlen verwöhnen. Die Kletterei ist eher technisch und befindet sich an senkrechten Wänden mit vielen Löchern, Leisten und anderen interessanten Griffen;-)

MathiasMathiasSamuel Diener on Sapara 7aMichiMathiasMathias100NIKON_007 copy100NIKON_008 copy100NIKON_009 copySamuel Diener on Sapara 7a

Schmocken

Nur wenige Minuten unterhalb der Ortschaft Beatenberg wurde zwischen 1988 und 2001 ein eher kleines, aber feines Winterklettergebiet eingerichtet. Die etwas gewöhnungsbedürftige Kletterei darf in den 34 Routen von 5c bis 7c+ voll genossen werden:-)
Routen wie Gassi gaa 7a+, Am Jöggeli sis Glöggeli 7b oder Kamelbuckel 7a sollten, wenn dem Niveau angemessen, auf jeden Fall geklettert werden. Der Schmocken befindet sich direkt  oberhalb der Beatenbucht und bietet eine fantastische Aussicht auf Eiger, Mönch und Jungfrau.

Unknown on Wanderdüne 6b+Samuel on Am Jöggeli sis Glöggeli 7bUnknown on Wanderdüne 6b+Samuel on Am Jöggeli sis Glöggeli 7bSamuel on Am Jöggeli sis Glöggeli 7bSwitzerland_Schmocken_070809_7Switzerland_Schmocken_070809_8Switzerland_Schmocken_070809_9

Dentelles de Montmirail

­Das Ziel der diesjährigen Südfrankreichwoche der JO Aarau hiess Dentelles de Montmirail. Die Zähnchen fanden wir gleich doppelt, nämlich einerseits in Form der Felstürme, an deren Flanken sich wunderschöne, meist eher einfache Ein- und Mehrseillängenrouten hochwinden, und andererseits in Form von sehr scharfen Tropflöchern und Leisten. Auf der sonnigen Südseite ist es auch im Herbst sehr warm und nur bedingt zum schwierig Klettern geeignet, während auf der Nordseite eine Daunenjacke, insbesondere bei Wind, durchaus empfehlenswert ist. Die einfachen Routen sind zum Teil etwas speckig, aber trotzdem sehr lohnenswert. Bei den schwierigeren Routen muss man meist tief in die Technicktrickkiste greifen und bis zum bitteren Ende die Leisten im Griff behalten.

Einen Tagesausflug (oder auch mehr...) Wert ist das Klettergebiet Buis les Baronnies, wo direkt über dem Wasser geklettert (oder gebouldert: shallow water solo ;) werden kann. Dieser Klettergarten verfügt über mehrere Sektoren, auch mit interessanten schwierigen Routen.
Neben dem vielen Klettern darf man jedoch auf keinen Fall vergessen, die eine oder andere lokale Weinspezialität zu degustieren...

Un dent...SabinaLukiDebiHagin'n'havin' funChaineAbove the waterIMG_4729 copyTobias

Pizzo d'Eus - Ticino

Die imposante, bis 450 Meter hohe Wand des Pizzo d'Eus befindet sich im vorderen Teil des Valle Verzasca und wartet mit hervorragenden Mehrseillängenrouten in bestem Gneis auf. Diese acht Mehrseillängenrouten begeistern mit aussergewöhnlichen Felsstrukturen. Risse, Verschneidungen, Kanten, Platten und sogar überhängende, luftige Kletterpassagen sind an der südlich Ausgerichteten Wand des Pizzo d'Eus anzutreffen.
Auch wenn die Absicherung als gut bezeichnet werden kann, sind Klemmgeräte doch sehr zu empfehlen. In einigen Routen gehört das Klettern weit (je nach Psyche und Grösse des Kletterers/Klettererinn) über dem letzten Haken zur Tagesordnung.
Der Pizzo d'Eus ist gut mit Bus oder Auto von Lavertezzo zu erreichen. Der Zustieg beschränkt sich, je nach Wahl des Weges, auf eineinhalb Stunden. Um schlechte Erfahrungen im Tessiner „Kastaniendschungel" zu vermeiden, sollte der offizielle Wanderweg von Lavertezzo aus über Rancone in Richtung Eus gewählt werden;-)
Kurz gesagt, die eindrückliche Wand des Pizzo d'Eus gehört zu den schönsten Klettereien im Tessin.

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Tiefencastel - Das perfekte Sommerklettergebiet

Vergangenes Wochenende besuchten Cosima Willi, Samuel Diener undich(Matt), das für Flachlandschweizer eher unbekannte KlettergebietTiefencastel. Dieses befindet sich wenige Minuten ausserhalb des DorfesTiefencastel im wunderschönen Graubünden. Die steile, bis 20 Meter hoheWand bietet 31 Routen in den Schwierigkeitsgraden von 5a bis 8b+. Fürdie Mehrheit der schönen Routen sollte man den oberen 7. Franzosengradbeherrschen. Dank der nördlichen Ausrichtung und der Höhenlage ist dasKlettergebiet Tiefencastel aber eher ein Sommergebiet, das zusätzlichregensicher ist.

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Lammi - Sportklettergarten in der Nähe der Aareschlucht

Das Klettergebiet Lammi befindet sich dirket am Dorfrand der Ortschaft Meiringen. Mit über dreissig, athletischen Routen in den Schwierigkeitsgraden von 6c bis 8a ist das Lammi ein relativ bekanntes und schattiges Klettergebiet für die heissen Tage im Jahr. Die steile Wand trägt dazu bei, dass die Mehrheit der Routen auch nach längeren Regenfällen trocken bleiben.

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Schöne Plaisirrouten am Hintisberg

Während dem J+S Leiterkurs 2 (Sportklettern) in Meiringen besuchten wir das bekannte Mehrseillängenklettergebiet Hintisberg. Die sechs stark motivierten Seilschaften, unter der Leitung von Lukas und Robi, entschieden sich für die "gemütlichen" Plaisirrouten Tintangel 6b+, Zick-Zack 6a, Reisefieber 5c+ und Schöne Aussichten 5c. Nach einigen Regentropfen;-) und einem gemütlichen Abstieg liessen wir den Tag im Restaurant Stalden ausklingen.

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