Wenn der Klettergartenvater abtritt

In der Aargauerzeitung ist kürzlich ein Artikel erschienen über einen der eifrigsten Plaisirrouten Erschliesser im Solothurner Jura. Paul Hunziker. Mit seinen nun 82 Jahren tritt er die Aufgabe der Pflege seiner Klettergärten an den SAC Aarau ab, welcher sich künftig für den Unterhalt und Pflege der Klettergärten Roggenhauser Steinbruch und Eppenberg kümmern wird. Gerade Paul verstand es die Klettergärten sehr an den geforderten Standart der heutigen Plaisirgemeinde anzupassen. Nach seiner Pensionierung verbrachte er ungezählte Stunden an dem landschaftlich reizvollen Ort oberhalb Schönenwerd. Er war ein kreativer und zelebrierte sein Werk mit grosser Hingabe. Manchmal konnte man sich ein schmunzeln nicht verkneifen ob all dem Einfallsreichstum.
Nirgends in der Region Aarau-Olten gibt es eine solche Anzahl von sehr gut abgesicherten leichten Kletterrouten welche zudem so gut mit Wegen, Wegmarkierungen, Ruheplätzen und Spielmöglichkeiten ausgestattet wurden. Paul war sich keinen Aufwand zu schade und grub regelrecht die Routen aus dem Dreck. Heute sehen wir viele Klettergärten welchen im Jura eine erbärmliche Zukunft droht, wenn diese nicht gepflegt werden. Wobei die Bohrhaken meist das geringste Problem darstellen, da diese Dank rostfreiem Stahl lange Jahrzehnte sicher halten.

Wir sehen heute in vielen Klettergärten Erosionsprobleme, Pflanzenbewuchs oder Behinderungen nach Sturmschäden. Klettergärten sind Gärten in der freien Natur und müssen dementsprechend gepflegt werden. Was für Kletterer in den höheren Graden selbstverständlich ist der Route eine Säuberung zu geben vor dem Versuch oder Durchstieg, dies ist nötig da diese Routen meist Monate, ja Jahre nicht mehr wiederholt wurden, so begnügt man sich im Plaisirbereich mit wenig selber Hand anlegen.
Weiteres Problem ist, wenn bereits ein Bereich nicht mehr kletterwürdig aussieht, das die Klettergesellschaft bald einen grossen Bogen um den Klettergarten macht, da unlohnend. Weiter geschieht eine immer öfter akzentuierte Kanalisation der Kletterer zu Ungunsten von populären Klettergebieten mit ihren oft knappen Parkplatzresourcen und knappen Platzverhältnissen.
Ich hoffe jeder Kletterer beteiligt sich aktiv um den Erhalt auch kleiner Klettergärten. Eine Astschere oder eine Drahtbürste gehören ab und zu in jeden Garten. Wer saubere Routen und gepflegte Klettergärten fordert sollte auch Verständnis mitbringen das ohne Mithilfe die Herkulesarbeit nur ungenügend bewerkstelligen lässt. Dies ist auch im Sinne der Klettergartenväter unserer geliebten Klettergärten welche uns eine Trainingsbasis bieten für grosse Alpentouren.

Wer Fragen und Anregungen sowie Verbesserungsmöglichkeiten zu Klettergärten sieht, der kann sich jeweils direkt an den Erschliesser wenden. Wo dieser nicht bekannt ist wende man sich an die Locals oder den lokalen SAC oder an die lokale IG Klettern.